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Aktualisiert am 26.02.2007

Filmkritik:

Bordertown

Bordertown

USA/GB 2006 R: Gregory Nava D: Jennifer Lopez, Antonio Banderas, Martin Sheen, Maya Zapata, Kate del Castillo, John Norman, Irineo Alvarez, Sonia Braga, Rene Rivera 112 Min. Filmwebsite
Eine ehrgeizige US-amerikanische Journalistin wird in die mexikanische Grenzstadt Juarez gechickt, um über eine Verbrechensserie zu recherchieren: etliche Fabrikarbeiterinnen wurden vergewaltigt und ermordet. Der Exfreund der Journalistin, Redakteur einer Lokalzeitung, unterstützt sie.

Elmar Krekeler ( Welt) war am Schluss klar, "dass wir die Welt unbedingt besser machen müssen. Damit uns in Zukunft derart schlechte Filme erspart bleiben." Jennifer Lopez sei "besser als der Film. Was wiederum eine Kunst ist." Der Film spule das "übliche Hollywood-Programm" ab.

Stefanie Bolzen ( Welt) schreibt über Norma Andrade und Manuela Simental von der Initiative 'Unsere Töchter sollen nach Hause kommen', die beide ihre Töchter in Ciudad Juárez verloren haben.

Bei der Berlinale 2007 lief Bordertown im Wettbewerb.

Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel hält Bordertown für misslungen: "Ein Mischmasch aus schnell geschnittenem, musiküberladenem Werbeclip, drehbuchtechnisch hingerotztem Thriller und sentimentaler Telenovela". Andererseits bringe der Film sein Anliegen "mit einer Verve rüber, die imponiert".

Markus Maltz von der taz meint, Bordertown betreibe in seiner „wohl unfreiwilliger Überzeichnung (...) eine Art hysterischer Mimikry an den wirklichen Terror der Verhältnisse“. Der Kritiker gibt aber zu bedenken, dass der Film ohne die „Zugkraft und das Engagement von Jennifer Lopez - ganz zu schweigen von den Produktionsdollars, die sie aus eigener Tasche beigesteuert hat“, es „aller Wahrscheinlichkeit nach nie auf die Leinwände, geschweige denn in den Wettbewerb der Berlinale geschafft hätte".

Peter Dausend von der Welt bemerkte, hier sei einiges "fürchterlich schief gelaufen" - das eine sei Jennifer Lopez, das andere sei schlichtweg, "dass Regisseur und Drehbuchautor auf ihre im Kern spannende, ja sogar wichtige Geschichte, so viel Hollywood-Pampe draufgekleckert haben, dass darunter jedes echte Gefühl, jede wahre Figur verloren geht".

Für Verena Lueken von der FAZ setzte Bordertown in einem "an Tiefpunkten nicht armen Wettbewerbsprogramm" einen neuen. Abgesehen von der atmosphärisch dichten ersten halben Stunde sei der Film "ein einziges Desaster".

Daniel Sander von Spiegel Online war in der Pressevorführung von Bordertown , die zum "Desaster" geriet: "Nach etwa einer Stunde fingen die ersten an zu kichern, immer dann, wenn Regisseur Gregory Nava es gerade besonders ernst meinte. Am Ende dann die Buh-Rufe, ein Trauerspiel". Der Film sei "nicht mal unspannend", doch eine "stetig sprudelnde Quelle abgedroschener Klischees nährt Plot und Dialoge, so dass der Sympathie-Bonus bald aufgebraucht ist und jeder neue, inspirierend gemeinte Monolog von Lopez noch ein bisschen alberner wirkt als der vorige".

Andreas Conrad vom Tagesspiegel berichtet von der Verleihung des "Artists for Amnesty Award" an Jennifer Lopez für ihre Leistung in dem Politthriller Bordertown.

Die Welt hat auf der Bordertown-Party eine hochmütige Jennifer Lopez und einen sympatischen Antonio Banderas erlebt.

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