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Aktualisiert am 09.05.2005
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Filmkritik:

Lost in Translation

Lost in Translation

USA 2003 R: Sofia Coppola D: Bill Murray, Scarlett Johansson, Giovanni Ribisi, Anna Faris, Fumihiro Hayashi, Akiko Takeshita Filmwebsite
Ein alternder Schauspieler und eine junge Frau, beide Amerikaner, beide unzufrieden mit ihrem Leben, treffen sich in Japan. Es entwickelt sich eine Freundschaft. Blickpunkt:Film lobt das "durchdachte, präzise getimte Drehbuch" (ebenfalls Sofia Coppola) und die Schauspieler, wobei "Johansson Murray in nichts" nachstehte. "Sofia Coppola, als Schauspielerin in Der Pate III böse verlacht, hat sich als Regisseurin (erneut) bewiesen und mit dieser innovativen, stilsicheren Low-Budget-Arbeit endgültig einen Nischenplatz in Hollywood gesichert." Wie reizend.
Rüdiger Suchsland ( Filmdienst) ist begeistert: Der Film sei "zart und versponnen, reserviert und scheu, ohne jede Hybris. Komödie und Tragödie treffen sich. Alles ist möglich in der zärtlichen Geschichte dieser beiden Gestrandeten, bis zum Ende." Das Thema sei die "Einsamkeit inmitten des modernen Lebens", der Film sei aber "auch eine gelungene Satire auf das Verhältnis des Westens zu Japan."
Susan Vahabzadeh ( Süddeutsche Zeitung) bewundert Coppolas Blick auf den Flirt des älteren Mannes mit der jungen Frau: "Unvoreingenommen, mit schief gelegtem Kopf, neugierig, ohne jede Aggression. Die Geschichte anzusehen aus ihrer Perspektive, macht so viel Spaß, weil sie so ziemlich in jedem Detail stimmt.(...) Das Wesentliche in dieser Geschichte ist sinnlich, kommt aber ohne Sex aus. Das gibt es im Kino gar nicht mehr oft. Im richtigen Leben aber schon. Nur erzählt das Kino nicht gern von den Beschränkungen, die einem die Wirklichkeit auferlegt. Sofia Coppola hat es aber geschafft, diesen Beschränkungen Magie abzugewinnen."
Auch Daniel Kothenschulte ( Fankfurter Rundschau) hebt die weibliche Perspektive hervor: "Die Johansson-Figur zollt ihrer Bekanntschaft die gerechte Bewunderung für das Wenige, was das Alter bekanntlich der Jugend voraus hat - dieses kleine bisschen Gelassenheit. Die Bezauberung ist wechselseitig und bald auch die unsere, orchestriert durch Coppolas stilsicheren Umgang mit dem künstlerischen Äquivalent für dieses Understatement".
Jan Schulz-Ojala ( Tagesspiegel) lobt mit Imbrunst, der Film mache "nichts, aber auch gar nichts falsch" und habe "einen der sublimsten Schlüsse der Kinogeschichte".
Marli Feldvoss ( Neue Zürcher Zeitung) spricht von einer "wunderbaren Gratwanderung zwischen dem Komischen und dem Erhabenen."
Cristina Nord ( taz) ist ebenfalls begeistert. Ihr fiel (u.a.) die Kulturwissenschaftlerin Aleida Assmann und ihr Begriff der "wilden Semiose" ein: "Statt sich im Prozess der Bedeutungsbildung aufzulösen, drängt die Beschaffenheit der Zeichen in den Vordergrund. Sie bietet sich einem "langen, faszinierten Blick" dar, mithin einer Art der Betrachtung, die nicht zum Sinn durchdringt, sondern sich an der Materialität der Zeichen erfreut."
Auch Hanns-Georg Rodek (Die Welt) und Andreas Bocholte (Der Spiegel) mochten Lost in Translation, und für Katja Nicodemus von der Zeit ist er "ein Film in einem tranceartigen Schwebezustand", mit "vielen melancholischen Szenen" und sogar einem "herzerweichenden, großartigen Moment, in dem Generationen, Kulturen, Neon- und Tageslicht verschmelzen".

Wer nach soviel Harmonie und Gleichklang einen wütenden Verriss lesen will, ist bei Urs Richter von filmtext.com richtig.

Der Tagesspiegel, die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel haben mit Sofia Coppola gesprochen.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
• Laufzeit: 98 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 5. August 2004
• Produktion: 2003

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