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Aktualisiert am 17.05.2005
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Filmkritik:

Monster

Monster

USA/D 2003 R: Patty Jenkins D: Charlize Theron, Christina Ricci, Bruce Dern, Lee Tergesen, Annie Corley, Pruitt Taylor Vince Filmwebsite
Charlize Theron erhielt für ihre Rolle der Prostituierten Aileen Wuorno, die in den 80ern sieben Männer tötete, bevor sie zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde, den Oscar. Blickpunkt:Film schreibt, es sei vor allem ihr Verdienst, dass der Film "zu den nachhaltigsten Kinoerlebnissen dieser von düsteren Themen dominierten US-Holiday-Season gehört."
Stefan Volk ( Filmdienst) lobt auch Patty Jenkins Arbeit an Regie und Drehbuch. Der Fall sei so sehr in den Medien entstellt worden, dass eine Rekonstruktion der wahren Ereignisse kaum noch möglich sei. "Bezeichnenderweise bezieht Monster seine Glaubwürdigkeit aber nicht aus einem quasi-dokumentarischen Gestus, sondern vielmehr aus einer Dramaturgie, die den Spielraum fiktionalen Erzählens ausschöpft. (...) Bei aller thematischen Schwere tut Patty Jenkins gut daran, ihren Film nicht zusätzlich mit formalen Experimenten zu belasten. Mise-en-Scène und Montage bleiben unauffällig, folgen dem Geschehen auf klassische Weise mit einer für eine Regiedebütantin erstaunlichen Selbstverständlichkeit."

Fritz Göttler ( Süddeutsche Zeitung) war nicht ganz zufrieden mit Therons Darstellung, die sich, "mehr oder weniger bewusst, stets am Rande der Karikatur" bewege. Man vergesse nie, "dass es der Schwan Charlize Theron ist, der in dieses Entenkostüm gesteckt wurde." So sei der Film das "radikale exploitation movie, das Patty Jenkins vielleicht im Kopf hatte", eben nicht geworden.

Christiane Peitz ( Tagesspiegel) meint dazu, gerade "das Verkrampfte von Charlize Therons Bravourstück" sei "zugleich dessen authentischstes Moment: Ihre Körpersprache verrät die Anstrengung, partout ein Filmstar sein zu wollen, und zugleich die himmelweite Differenz zur realen Aileen. Nein, Monster ist kein Fall von Ausbeutung." Da hat sie die geistige Überfrachtung des Schicksals Aileen Wuornos bis hin zu einem Vergleich mit dem Vietnamkrieg schon mehr gestört.
Andreas Busche von der taz schimpft ein bisschen über die Filmkritik, die sich zu sehr auf die Verwandlung eines glamourösen Models in eine unscheinbare Mörderin stürze. Therons Spiel hat ihn überzeugt, der Film auch, solange er sich "mit konventionellen dramatischen Mitteln zurückhält." Das gelinge Jenkins gegen Ende aber nicht mehr: "Wenn der Soundtrack anzuschwellen beginnt, weil Wuornos sich in die Ecke gedrängt fühlt, versucht Jenkins den Zuschauer mit einfachsten psychologischen Tricks zu manipulieren. Therons kantiges Muskelspiel wirkt dagegen viel überzeugender, gerade weil es sich auf so wenige Ausdrücke beschränkt."

Thea Dorn von der Welt betont, wie nahe es gelegen hätte, Wuorno als "feministischen Racheengel und Mater dolorosa" darzustellen, was der Film vermeide. "Dass der Film zu keiner Verklärungsoper wird, liegt an Charlize Theron, die (...) vor allem den Mut hatte, die Wuornos nicht netter zu spielen, als sie war. Bei aller Verletzlichkeit, die sie der Figur gibt, nimmt sie ihr nicht das Asoziale, Ordinäre, himmelschreiend Selbstherrliche." Nicht minder beeindruckend fand sie die Leistung von Christina Ricci als Aileens Geliebter. " Monster ist der erste Film über eine Serienmörderin, der weder in den Herren- noch den Damenwitz abstürzt. Und das ist gewaltig."

Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau stellt sich die Frage "was von einer Darstellung zu halten ist, die ihr reales Vorbild penibel nachahmt und daher wirkt, als führe sie die großartige Arbeit der Maskenbildner fort". Aber letztlich spiele Theron nicht schlecht. "Stilistisch liegt Monster in der goldenen Mitte von spröder Avantgardekunst und aufpolierter Biographie, inhaltlich wandelt Patty Jenkins sicher auf dem schmalen Grat, den ihr die Geschichte eines zum Täter gewordenen Opfers lässt."

Andreas Bocholte vom Spiegel lobt den Film, der ohne "Voyeurismus" seine Geschichte "lakonisch und unsentimental" erzähle. Auch Therons Spiel hat ihn überzeugt, allerdings fühlte er sich von der Maskerade mit zusätzlichen Kilos und falschen Zähnen zu Beginn zu sehr abgelenkt.

Diedrich Diederichsen ( Die Zeit) hat "vor allem gute Ansätze und einzelne treffende Formulierungen" gesehen. Leider werde der Film gegen Ende hin "lieblos. Aileens Tötungen werden zum Muster, der Zuschauer verliert von Fall zu Fall mehr von seinem empathischen Verständnis." Gefallen hat ihm dagegen der " abgerüstete Naturalismus, der sich auf den Alltagsanblick der Schauplätze verlässt. Patty Jenkins ist nämlich ein Film gelungen, in dem kein Ort, keine Waldung, kein Motel, kein Rummelplatz, keine Biker-Kneipe nach irgendeiner historischen Epoche aussieht."

Hans-Dieter Seidel von der FAZ war tief bewegt von Monster: "Der Film (...) sucht nicht in verbogener Sentimentalität eine Entschuldigung ungeheuerlicher Taten. Er macht schlicht und beklemmend den unaufhaltsamen Abstieg einer Frau nachvollziehbar, die weniger aus verlorener Ehre als aus fehlgeleiteter Fürsorge zur Mörderin wurde." Theron leiste einen "schauspielerischen Bravourakt" und auch Christina Ricci spiele "eindrücklicher (...) als je zuvor."

Der Filmdienst hat sich mit Charlize Theron unterhalten, die Frankfurter Rundschau porträtiert die Schauspielerin. Die Süddeutsche Zeitung widmet ihr Star-Album Bruce Dern.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1, DTS 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 1.85:1
• Dolby, DTS Surround Sound, Surround Sound
• Laufzeit: 104 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 4. Oktober 2004
• Produktion: 2003

DVD Features:
• Originaltrailer (deutsch)
• Making of

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