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Aktualisiert am 02.08.2005
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Filmkritik:

Sommersturm

Sommersturm

D 2004 R: Marco Kreuzpaintner D: Robert Stadlober, Kostja Ullmann, Alicja Bachleda-Curus, Tristano Casanova, Marlon Kittel, Miriam Morgenstern, Hanno Koffler Filmwebsite
Der Film erzählt das Coming-out eines Jugendlichen im Zeltlager. Adriano Sack ( Welt am Sonntag) findet die Wahl des Themas mutig: "Da können sich Politiker reihenweise bekennen, im Kino sind Homosexuelle noch immer Rand- oder Witzfiguren, wie in dem erfolgreich auf Spielfilmlänge gedehnten Schwulenwitz (T)Raumschiff Surprise Periode 1". Robert Stadelober sei zwar "zu alt für die Rolle, aber gut wie nie. Er zeigt in diesem schönen, stellenweise arg gefälligen Film einen modernen Anfänger-Schwulen: ziemlich verwirrt und deshalb total normal."
Hans-Jörg Marsilius ( Filmdienst) mochte den Film ebenfalls. Lediglich "manche Nebenfiguren" wirkten "als seien sie der Gruft deutscher Komödiensünden entstiegen. (...) Doch findet Sommersturm zu einer sehr eigenen, aparten Atmosphäre, die zwar konsequent auf die gute Laune des Zuschauers abgestimmt ist, aber auch ihre auf charmante Weise provozierenden Momente hat." Neben Stadlober gelinge es vor allem Hanno Koffler in der Rolle eines schwulen "'Womanizer' unter umgekehrten Vorzeichen" zu glänzen.
Sven von Reden ( taz) schreibt: "Alles an Sommersturm ist gut gemacht, gut gemeint, pädagogisch wertvoll - und ein bisschen harmlos" und spiegele damit recht überzeugend die "gesetzte und gut bürgerliche bundesrepublikanische Wirklichkeit." Der Film erinnerte ihn an Crazy, sei aber "etwas schicker" als dieser.
Matthias Heine (Die Welt) schreibt Stadlobers Figur sei "wahrscheinlich der erste Homo in einem deutschen Publikumsfilm, der keine aufgekratzte Tucke, kein Schwächling, kein Ledermacho und kein dauergeiles, narzisstisches Fitnessstudiomonster ist...". Kreuzpaintner sei auch stilistisch "mit allen popkulturellen Wassern gewaschen" und nutze die gelegentlich eingesetzten Klischees für ein "edles Anliegen". (Na dann)
Bernhard Böchl ( Süddeutsche Zeitung) glaubt, der Film "um pubertäre Irrungen, Gefühlswirbelstürme und die Entdeckung homosexueller Empfindungen" sei deshalb so "schön ungeschönt geworden, so leicht dahingeworfen und gleichzeitig reif", weil die Beteiligten "genau wissen, worum es geht", schließlich sind sie alle sehr jung. Er selbst schlägt einen ganz charmant-pathetischen Ton an: "Und dieses Lächeln, wenn sich Stadlobers Mundwinkel am Ende der kurzweiligen Geschichte nach oben ziehen, trägt man gerne mit ins Leben hinaus."
Von Hans-Dieter Seidel finden wir in der FAZ den ersten klaren Verriss des Films. Das Thema sei "von Arte bis Pro Sieben zum Überdruß durchgehechelt", und jede gute Absicht Kreuzpaintners werde "sofort unterlaufen, wenn sein Film nun ein paar Sächsinnen bemüht, um sich denunziatorisch über sie und ihren Dialekt herzumachen, und wenn er - ein kleiner, armseliger Voyeur hat sein bestes Stück im Reißverschluß eingeklemmt - auf dem Niveau der unsäglichen "Harte-Jungs"-Klamotten zu erzählen anhebt. (...) Bei solcher Penetranz ist es wirklich schade um ein paar in der Tat fein ausbalancierte Szenen" und einige wirklich gute Schauspielerleistungen.
Gerda Wurzenberger von der NZZ gefiel es, wie "schnörkellos" die Geschichte erzählt werde und wie "einfühlsam" die Figuren gezeichnet seien. Kreuzpaintner setze auf den "selbstironischen Umgang der homosexuellen Figuren mit ihrem 'Anderssein'", bei "aller Witzelei" sei es ihm aber "sehr ernst mit der Aufklärung", weshalb das "didaktische Konzept manchmal fast ein wenig zu durchsichtig erscheint".

Der Filmdienst hat mit Regisseur Marco Kreuzpaintner gesprochen.

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Infos zu diesem Titel
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
• Bildformat: 16:9, 16:9
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 94 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 4. März 2005
• Produktion: 2004

DVD Features:

• Audiokommentar : von Regisseur Marco Kreuzpainter und Hauptdarsteller Robert Stadlober
• Biographies; DVD ROM Featrues mit Web-Link;Dokumentation : Hinter den Kulissen
• Fotogalerie;Making Of;
• Music Clips : Rosenstolz, Nova International; Nicht verwendete Szenen; TV Spot
• Trailer;verpatzte Szenen;

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