Die Filmstarts vom 3. Februar 2005
  Felix - Ein Hase auf Weltreise
  Final Call - Wenn er auflegt, muß sie...
  Im Feuer
  Kammerflimmern
  Saw
  Vera Drake
  Weltmarktführer - Die Geschichte des...
  Sideways
  Uzak - Weit

A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z 0-9

Durchsuchen Sie unsere Website:

Aktualisiert am 20.05.2005
DVD Infos
DVD bei amazon bestellen

Filmkritik:

Vera Drake

Vera Drake

GB/F 2004 R: Mike Leigh D: Imelda Staunton, Philip Davis, Daniel Mays, Alex Kelly, Peter Wight, Adrian Scarborough, Heather Craney Filmwebsite
Mike Leighs Film handelt von der Hausfrau und Mutter Vera Drake, die im London der 50er Jahre illegale Abtreibungen vornimmt, bis die Justiz auf sie aufmerksam wird. Blickpunkt:Film rühmt das Ensemble, die "Genauigkeit der Milieuschilderung und akribische Detailversessenheit". Der Film sei zwar "konventionell in der Machart, aber dafür überzeugend im Gefühl." Leighs Film komme "ohne Betroffenheitsgetue aus, ist in seiner stillen Radikalität einfach nur zutiefst menschlich."
Stefan Volk vom Filmdienst missfiel, wie einseitig gut und ehrbar die Hauptfigur zunächst angelegt sei, um dann in einem "melodramatisch inszenierte(n) Martyrium" zu enden. "Durch Stauntons Overacting verliert Vera Drake ausgerechnet in seinem Zentrum an Glaubwürdigkeit und Kraft." Davon abgesehen sei der Film aber recht ausgewogen: "Ein reifer Film, ein Werk der Zwischentöne. Weder wird Veras Handeln heroisiert noch verteufelt."
Matthias Heine von der Welt tritt ein bißchen gegen "durchgeknallte(n) Feministinnen", die die Engelmacherinnen "zu Heldinnen der antipatriarchalischen Front und zu Nachfolgerinnen der Hexen und weisen Frauen des Mittelalters verklärt" hätten. Auch an dem Film hat er so manches auszusetzen: Er sei zu betulich, schlage eine Schlacht , die längst gewonnen sei und Imelda Staunton zeige "im ganzen Film eigentlich nur zwei Gesichter: In der ersten Hälfte guckt sie mütterlich freundlich, in der zweiten verzweifelt angstvoll." Eigentlich habe "nur Daniel Mays als Veras Sohn Sid (...) das Glück, eine Figur mit etwas komplexerer Motivlage spielen zu dürfen".
Christina Tilmann vom Tagesspiegel freut sich, dass Mike Leigh "nach Career Girls (1997) endlich wieder einmal mit einem starken Film im deutschen Kino" komme. Der Film sei vielleicht etwas "schlicht", aber "kein bisschen altmodisch."
Hans-Dieter Seidel von der FAZ schwärmt vor allem von Imelda Staunton deren Gesicht auf der Anklagebank "verschattet, wenn die ohnehin nicht sehr große Frau immer mehr zu schrumpfen scheint und völlig verstummt, dann ist das ein bewegender Moment so fern jeder Betulichkeit, wie man es zu Beginn dieses Films kaum für möglich gehalten hätte."
Sascha Westphal von der Frankfurter Rundschau kleidet seine Begeisterung in für meinen Geschmack entschieden zu salbungsvolle Worte: "Wenn man ihr (natürlich Vera) gütiges Lächeln sieht, das ein wenig einfältig wirkt und doch ein geradezu göttliches Wissen um die existentielle Ohnmacht der Menschen andeutet, beginnt man zu glauben. Die Naivität, mit der Vera - schon ihr Name macht sie zur Trägerin der Wahrheit - sich der gesellschaftlichen Realität widersetzt, ist unfassbar." Er fand den Film auch recht aktuell, denn Leigh beweise damit ein "geradezu überwältigendes Verständnis für die inneren Qualen und die lähmende Unsicherheit, die mit großen historischen Umwälzungen einhergehen."
Marli Feldvoß von epd-Film ist ebenfalls begeistert. Mike Leigh stehe auch diesmal "auf die Seite der großen realistischen Filmerzähler, deshalb kann er sich, um der guten Sache willen, auch eine Portion soziale Schwarzweiß-Malerei leisten, ohne ins weinerliche Melodram abzugleiten." Der Film schlage uns "von der ersten Filmminute an (...) in Bann", auch weil er "klassische, hohe Erzählkunst" zeige.

Die taz hat sich mit Mike Leigh unterhalten

Vera Drake gewann das Filmfestival von Venedig. Die Kritiken von damals finden Sie am achten und neunten Tag des Festivals.

DVD bei amazon bestellen

Infos zu diesem Titel
• Sprache: Englisch
• Import, PAL, Widescreen
• Laufzeit: 120 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. April 2005

Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem Cinema-Kinotimer