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Aktualisiert am 09.05.2005

Filmkritik:

Lies - Lust und Lügen

Lies - Lust und Lügen

Südkorea 1999 R: Jang Sun-Woo D: Lee Sang-Hyun, Choi Hyun-Joo, Kim Tae-Yeon Filmwebsite
Ein Drama über sexuelle Abhängigkeit mit sadomasochistischer Thematik. J, verheiratet, um die 40 und Y, eine 18-jährige experimentierfreudige Schülerin treffen sich regelmäßig, "um die Grenzen ihrer sexuellen Fantasie immer weiter hinaus zu schieben". Für Jörg Gerle vom Filmdienst "handelt es sich hier (...) schlicht um einen spröden Kunstfilm, der sich an einer sexuellen Obsession abarbeitet und nicht an einem Seelendrama. Dies tut er allerdings merkwürdig teilnahmslos in endlosen, ziemlich redundanten Sexszenen. Die postulierte Selbstaufgabe insbesondere des männlichen Parts wird dabei genauso behauptet wie die Affinität zu extremer Lust auf Seiten der jungen Frau. Der Film wäre weit unbequemer und bedrängender ausgefallen, wenn Regisseur Jang Sun-Woo mehr Interesse an der selbstzerstörerischen Dimension dieser Obsession entwickelt hätte. Doch die Reduktion auf marginale Gefühlsausbrüche sowie die Zelebration diverser Schlagpraktiken lässt das Gros der Zuschauer außen vor - als teilnahmslose, mit der Zeit auch desinteressierte Beobachter."
Auch Claudia Lenssen von der taz hat der Film überhaupt nicht gefallen. Ihr fehlten "die Geheimnisse, die seinen Titel rechtfertigen würden. Er ist ein mechanisches Stressprogramm, das einen nur in eine hektisch eskalierende Nummerfolge in öden Hotelzimmern mitnimmt."
Ralph Umard von der Welt skizziert uns zunächst welch einen Skandal der Film in Korea ausgelöst habe, was bei uns Pornokonsumenten nicht zu erwarten sei. Verglichen mit seinen früheren Filmen sei Lies "weniger experimentierfreudig", die Darstellung der SM Szenen sei "nüchtern" und der der Zuschauer werde "immer wieder auf Distanz gebracht." So erreiche der Film "nie die bedrückende Intensität, die Nagisa Oshimas Skandalfilm Im Reiche der Sinne auszeichnete." Was aber auchnur zeitgemäß sei: "Letztlich zeigt Lies die Liebe als libidinöse Zwangsvorstellung, die zu Lebenslügen führt."
Susan Vahabzadeh ( Süddeutschen Zeitung) bringt den allgemeinen Tenor recht gut auf den Punkt: "Man hat manchmal den Eindruck, als habe er vor lauter Provozieren das Erzählen vergessen."

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