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Aktualisiert am 20.03.2006
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Filmkritik:

Comandante

Comandante

USA/ Spanien 2003 R: Oliver Stone Filmwebsite
Oliver Stone hat sich 30 Stunden mit Fidel Castro unterhalten. Der Film lief auf der Berlinale 2003. Ulrich Kriest vom Filmdienst bemängelt, Stone sei bisweilen "schlecht vorbereitet" und frage zumeist nicht kritisch nach, und wenn doch, so lasse er sich mit "routinierten" Antworten abspeisen. So sei der Film wahrlich nicht "sonderlich tiefschürfend", Stone verehre "den zähen Comandante als 'Last Man Standing'". Die Stärke des Films liege allerdings in seiner "formale(n) Kraft (...). Es gibt die bei Stone gewohnt souveräne und dichte Montage von Material unterschiedlichster" Herkunft und so entstehe ein "Schnelldurchlauf" der "Geschichte Kubas im 20. Jahrhundert".
Rainer Rother von der Welt sah den Film ebenfalls zwiespältig. "Was der Film dadurch gewinnt, daß er durch und durch ein Werk Oliver Stones ist, das verliert der Zuschauer zugleich am Dokumentarischen." Zwar gelinge es Stone gelegentlich Castro "zu leicht verblüffenden Ausführungen zu bewegen", doch grundsätzlich begegneten sich hier zwei Männer, die "die Spielregeln des Anderen respektieren und keiner primär Erkenntnis, beide Bestätigung suchen." Überrascht war Rother auch von den Bildern: "Noch nie dürfte die Inszenierung des Dokumentarischen einerseits so ausgestellt, andererseits so zelebriert worden sein. Das Filmteam gerät selbst zum Filmthema."
Jan Diestelmeyer von der Frankfurter Rundschau schreibt, was man zu hören bekomme, sei "einerseits vor allem Wiederholungen bekannter Statements des regierenden Revolutionärs und andererseits die Selbstdarstellung des Fragenden, der bei diesem Gipfeltreffen nicht zu kurz kommen will." Der Film gehe zu Ende, ohne dass es zwischen den beiden "zu irgendwelchen Szenen gekommen wäre, die mit dem Image des Aufrüttlers oder dem Gestus des aggressiven, exzessiven Kämpfers zusammengehen. (...) Das Bild des betont unabhängigen auteur, der als eindeutige, streitbare Stimme stets unverkennbar aus und mit seinen Filmen spricht, zeigt Brüche."
Silvia Hallensleben vom Tagesspiegel war enttäuscht: "Zwar stellen Stones Kameramänner abwegige Dinge an, die sich biedere TV-Studiofilmer nie trauen würden. Aber der Gesprächsstil entspricht in etwa der Art, wie im deutschen Fernsehen Reinhold Beckmann und Bundeskanzler Schröder miteinander reden." Ehrfurcht sei eben "kein guter Ratgeber."
Man dürfe keine Kritik erwarten, wenn "zwei Männer wie Stone und Castro zusammentreffen, zwei Machos alter Schule, um mythenselig gemeinsam durch die Geschichte zu segeln", meint Verena Lueken von der FAZ - und auch keinen Witz, denn die "beiden großen Demagogen" seien "humorlos bis in die Knochen". Stone beweise einmal mehr, dass er ein "furioser Filmemacher" sei, aber trotz aller optischen und akustischen Sperenzchen komme sein Film "manchmal etwas behäbig daher".
Annett Busch von der taz stellt in ihrer lesenswerten Kritik fest, dass Stone sich "auf Augenhöhe" zu Castro inszeniere, "mal stirnrunzelnd, mal kumpelhaft scherzend"; man "mag ihm das gönnen, es hätte auch spannend sein können", aber leider erschöpfe sich der Film sich "in Angeberei": "Schaut her, ich hab Fidel Castro getroffen!" Stone habe es "verpasst, aus der Begegnung eine eigene Geschichte zu machen".

Der Tagesspiegel hat sich mit Oliver Stone unterhalten.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Stereo) Englisch (Stereo) Spanisch (Stereo)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Spanisch
• Bildformat: 4:3
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 99 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 25. Juli 2005
• Produktion: 2003

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