Die Filmstarts vom 13. Oktober 2005
  A History of Violence
  Alan Lomax - The Songhunter
  Glut
  Into the Blue
  New Police Story
  Die Reise der Pinguine
  Wallace & Gromit auf der Jagd nach de...
  Was lebst du?

A B C D
E F G H
I J K L
M N O P
Q R S T
U V W X
Y Z 0-9

Durchsuchen Sie unsere Website:

Aktualisiert am 29.06.2006

Filmkritik:

Glut

Glut

(Krisana) D/Lettland 2005 R: Fred Kelemen D: Egons Dombrovskis, Nikolaj Korobov, Vigo Roga, Aija Dzerve, Gundars Silakaktins, Andris Keiss Filmwebsite
Ein Mann begegnet eines Nachts auf einer Brücke einer jungen Frau. Als er ihren selbstmörderischen Sprung in die Tiefe nicht verhindert, verändert sich sein Leben: von Schuldgefühlen und Reue getrieben, kann er die Frau nicht vergessen, sie wird zu seiner Obsession.
Josef Lederele vom Filmdienst meint, wie alle "näheren oder ferneren Ahnherren dieses schweigenden Kinos" liebe es auch Regisseur Fred Kelemen, "ästhetisch spröde Erfahrungsräume zu entwerfen, die jeder für sich durchmessen muss". Hier dränge sich "nichts auf oder hält in Atem, hier wird das Auge nicht überwältigt, die Seele nicht manipuliert." Mit Bresson, Tarkowskij und Tarr verbinde ihn "neben der künstlerischen Sturheit vor allem die Nähe zu philosophischen Themen". Die Größe von Kelemens Filmen liege "nicht in referierbaren Inhalten, sondern in der abgründigen Erfahrung von Kino als einer Sphäre ästhetisch-existentieller Unmittelbarkeit, die sich erst in einem zweiten Schritt in die Welt der Diskurse überführen lässt". Das überraschende Ende, das das Geschehen "plötzlich aus einer anderen Perspektive beleuchtet", untergrabe leider die "nicht-narrative Ästhetik von Kelemens Kino".
" Glut kann nicht anders als ein Film in Schwarzweiß sein. Trümmer und Verfall allenthalben, leer stehende Häuser und andere, bei denen sogar der Abbruch abgebrochen worden ist", schreibt Peter W. Jansen in der Frankfurter Rundschau und im Tagesspiegel. Regisseur Kelemen finde "immer wieder zu seiner ästhetisch-moralischen Position. Er findet sich selbst und die Bilder, die nur zu ihm gehören".

Für Ekkehard Knörer von der taz ist Glut ein "Film Noir", ein "schwarzer, ein nachtdunkler Film". Leider aber wollten die "Dunkelheiten" nicht zu einer "überzeugenden Atmosphäre zusammenfließen". Es sei "immer zu viel da und zu wenig zugleich: Zu viel Plot dafür, dass der Film an ihm kein wirkliches Interesse entwickelt. Zu viele Worte auch dafür, dass er auf das Schweigen und die Geräusche setzt. Und zu wenig Zeit, alles in allem, für die langen Sequenzen, in denen wenig und dann doch zu viel geschieht".

Die Form "beherrscht in diesem Film eindeutig den Inhalt", meint Wilfried Hippen von der taz. Mit seinen "zum Teil recht komplexen Plansequenzen" scheine es der Regisseur Fred Kelemen darauf angelegt zu haben, "möglichst viel im Dunkeln zu lassen", die Geschichte "wird wie nebenbei und scheinbar ohne viel Interesse daran erzählt". Die "Diskrepanz zwischen Inhalt und Form" irritierte den Kritiker zunehmend: "Weil Buch und Ästhetik nicht zusammenpassen, gibt es dann auch einige ärgerliche Stilbrüche".

Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem Cinema-Kinotimer