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Aktualisiert am 25.03.2006
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Filmkritik:

Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

Wallace & Gromit auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen

(Wallace & Gromit: The Curse of the Wererabbit) Gb 2005 R: Nick Park Filmwebsite
Wallace und sein Hund Gromit versuchen das Riesenkaninchen zu fangen, das die Gärten der Nachbarschaft verwüstet. Allerdings ist das Problem mehr oder weniger hausgemacht. Blickpunkt:Film fand den Film sehr gelungen, "auch wenn die Dramatik der Story nicht an Hennen rennen heranreicht und die Macher ihr Potenzial an schwarzem Humor mit Rücksicht auf jüngeres Publikum nicht ausschöpfen". Die Stop-motion-Animation sei sehr professionell und den Film durchdringe eine "Aura von sympathischer Unschuld". Gromit habe "die besten Szenen".
Horst Peter Koll vom Filmdienst ist gerührt und begeistert: "Aus Knetmasse und viel Fantasie" entstehe etwas, "was man im aktuellen Kino immer mehr vermisst: Kino mit Herz und Seele. (...) Jede Kleinigkeit des Films ließe sich genüsslich nacherzählen, jede Pointe könnte man sich auf der Zunge zergehen lassen; und doch muss man es selbst sehen, was sich in dieser beschaulichen englischen Welt zwischen Kleinbürgertum und Landadel alles abspielt."
Hanns-Georg Rodek von der Welt liebt den Film ebenfalls, sieht die beiden Helden in einer "Reihe mit Charlie Chaplin und Harold Lloyd und Jacques Tati." Denn "hier treffen wir zwei Kreaturen die unzweifelhaft für einander geschaffen sind, und die mit unerschütterlichem Optimismus jeden Morgen neu daran gehen, die Welt der Gutherzigen, Sanften und Naiven in Ordnung zu halten." Etwas störend fand er den Einfluß amerikanischen Humors durch die Zusammenarbeit mit DreamWorks, doch sei der Film deutlich britischer als Hennen rennen.
Die FAZ (wohl ihre Sonntagsausgabe) droht: Wen " Wallace & Gromit - Auf der Jagd nach dem Riesenkaninchen nicht amüsiert, kommt in die Hölle."
Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung schwärmt von den "zauberhaften Welten, die Nick Park da hat entstehen lassen. (...) Das ist das Schöne an dieser künstlichen Welt: Sie hat durchaus eine Vorstellung davon, was funktioniert und was unmöglich ist – sie hat eine eigene Natur, es ist bloß nicht unsere." Und trotz "aller Albernheit" seien diese Welten "sogar für Erwachsene in aller Unschuld genießbar – sie haben eine eigene Ästhetik, künstlerisch einzigartig und ausgesprochen einfallsreich."
Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau wird gar ganz biblisch ums Herz: ". . . und am siebten Tag schuf Gott den Trickfilmer Nick Park, damit er ihm bei der Arbeit assistiere." Nicht nur die technische Umsetzung hat ihn begeistert, auch Parks Arbeit als Drehbuchautor: "Beinahe sämtliche Klassiker des Horrorfilms hat er im großartigsten aller großartigen Aardman-Filme zwanglos zusammengeführt und dabei Frankensteins Monster ebenso souverän seine Reverenz erwiesen wie dem Werwolf oder dem Riesenaffen King Kong. Selbst der weiße Hai taucht als Anspielung aus dem sandigen Untergrund der Gemüsezüchter auf."
Julian Hanich vom Tagesspiegel freut sich vor allem über allerlei Anspielungen und einige derbere Scherze. Gegen Ende der Kritik freut man sich allerdings, dass nur wenige Engländer Fremdsprachen lernen... so bleibt ihnen dies erspart: "Im Übrigen gründet der Film auf jener Lachgarantie, die längst auf die Liste des Weltkulturerbes gehört: dem englischen Humor. Wortspiele, Doppeldeutigkeiten, Ironie allenthalben. Lachen befreit, wie man weiß. Insofern bildet das seltsame Paar Wallace und Gromit die erfolgreichste Befreiungsbewegung, die man sich wünschen kann."
Jens Jessen von der Zeit mochte den Film auch sehr, doch sein Versuch dies der philosophischen Tiefe des Werks zuzuschreiben wirkt, mit Verlaub, etwas oberschlau. Park und Box schafften es "im Medium dieser zunächst nur erheiternden Großkinderei die ewigen Menschheitsthemen zu gestalten – wie zum Beispiel das Verhältnis von Mensch und Tier im Allgemeinen oder die Auswirkungen einer Kaninchenplage auf die englische Gemüsezucht im Besonderen." Die "vielleicht (...) stärkste Pointe" sei, "dass Wallace und Gromit nicht voneinander lernen dürfen. Täten sie es, wären sie verloren. Würde Wallace so bedenkenträgerisch wie Gromit, verschwänden sein Tatendurst und schöner Leichtsinn. Würde Gromit umgekehrt so leichtfertig, gäbe es niemand mehr, der Wallace aus den Schlamasseln retten könnte. Die multikulturelle Botschaft lautet also: Nur keine Assimilation! Gemeinsam werden wir stark, wenn wir uns ergänzen, nicht wenn wir uns nachahmen."
Ganz anders Thomas Binotto von der Neuen Zürcher Zeitung. Der fand die Story "dünn", den Film aber so lustig und phantasievoll, dass "man schon bald keinen Gedanken mehr daran verschwendet, ob dieses Menu wohl nachhaltig sättigt. Die Gags kommen à point, die Ausstattung ist bis ins letzte Plastilinklümpchen ein Leckerbissen und die Tonspur eine Sinfonie. "Der Film sei vollgestopft mit Anspielungen und Zitaten, in denen man sich "verlieren möchte, wenn man nicht ständig durchs eigene Gelächter in der Konzentration gestört würde."

Die Welt hat sich mit Nick Park unterhalten.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 77 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 23. Februar 2006
• Produktion: 2005

DVD Features:
• Audiokommentar; Technische Patzer
• Unveröffentlichte Szenen; Making Of
• Making Of
• Produktionsnotizen; Fotogalerie
• Trailer; u.v.m.

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