Filmkritik:
In den Tag hinein
D 2000 R: Maria Speth D: Sabine Timoteo, Hiroki Mano, Florian Müller-Mohrungen Filmwebsite
Die Liebesgeschichte über eine junge Berlinerin und einen japanischen Studenten, die sich sprachlich kaum verständigen können, ist laut Daniela Sannwald von der Frankfurter Rundschau ein "wunderbarer Debütfilm", der durch sein "anspruchsvolles und überzeugendes ästhetisches Konzept" gefalle; es gebe sogar einige Momente in diesem Film, die "den Atem stocken lassen, weil man plötzlich klar sieht: nicht die Sicht zu verstellen, sondern den Blick zu öffnen, das schaffen Maria Speths Bilder dann und wann". Auch Blickpunkt:Film staunt, wie "stilsicher" der Film von Maria Speth geraten ist; den Hauptdarstellern seien "reife Schauspielerleistungen" gelungen.
Katja Nicodemus äußert in der taz ihre Sympathie dafür, dass sich dieser Film den "großkotzigen Berliner Metropolenfantasien" verweigere, und auch die Sicht auf das Jungsein gefällt ihr: "Während die Ziellosigkeit der Adoleszenz in den meisten Filmen nur Übergangsstadium ist, wird sie in In den Tag hinein zu einer Daseinsform, die nicht unbedingt auf etwas Anderes, Vernünftiges, Erwachsenes verweist. Kerstin Decker vom Tagesspiegel meint, In den Tag hinein sei, "ohne je thesenhaft zu sein, beinahe ein Thesenfilm geworden - das ist seine Stärke." Die Welt stellt fest, Maria Speth habe "fast einen Stummfilm" gedreht und hält das für einen "klugen Einfall", weil so nichts ablenke "von der anonymen Geometrie einer Metropole im Neonlicht".
Merten Worthmann von der Zeit findet zwar die Bilder von Kameramann Reinhold Vorschneider ( Mein langsames Leben) "fantastisch", nur fehle ihnen ein "substanzieller Fond, der sie erst wirklich zum Leuchten brächte"; die Regisseurin erzähle "nicht minimalistisch, sondern bloß minimal; sie verzichtet nicht mutig, sondern mutwillig", und so sei der ganze Film ein Kompromiss: "Anstatt tief zu loten, verharrt Speth an der Oberfläche, lässt Vorschneider die Tristesse lackieren und hält ihre Figuren unter Verschluss".
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