Filmkritik:
Star Trek: Nemesis
USA 2002 R: Stuart Baird D: Patrick Stewart, Jonathan Frakes, Brent Spiner Filmwebsite
Die Enterprise, eigentlich auf dem Weg um "auf einem fernen Planeten ein seltsames, bekleidungsfreies Hochzeitsritual (zu) zelebrieren" (Filmdienst) , bekommt es mit den fiesen Romulanern und einem Capitan Picard-Klon (na wenn das nicht passt) zu tun. Selbst bekleidet wird es also sehr sehr schwer die Welt zu retten. Blickpunkt:Film ist hin und weg. Dies sei der "mit Abstand dichteste, atmosphärischste und reifste Kinofilm" der Reihe. "Dass im munteren Treiben manchmal die Logik auf der Strecke bleibt, werden eingefleischte Trekkies und Fans flotten Action-Rambazambas verzeihen." Und Rambazamba gibt es wohl reichlich: " Mad Max-reife Verfolgungsjagden in der Wüste, wilde Phaser-Schießereien und die wohl längste und spektakulärste Raumschiff-Schlacht der Kino- Geschichte reißen den Zuschauer aus den Sitzen."
Ach, wie die Geschmäcker doch verschieden sind: Oliver Rahayel ( Filmdienst) vermisst so ziemlich alles was er sich erhofft hatte. Die Gespräche seinen "flach" und auch viel zu lang, filmische Ideen suche man vergebens, das Setdesign sei "überraschend einfallslos" und ebenso uninspiriert wie der Regisseur seien auch einige der Schauspieler. Nur Patrick Stewart und Brent Spiner seinen halt eine Bank, auch wenn letzterer für seine Beteiligung am Drehbuch noch einen mitbekommt.
Hans Schifferle von der Süddeutschen Zeitung fand den Film so schlecht nun auch wieder nicht. Nachdem er uns recht anrührend die Geschichte erzählt hat , meint er : "Am Ende des heterogen gestalteten Films, der zwischen Action-Extravaganz und TV- Reminiszenz schwankt und die Trek-Frauen ein wenig vernachlässigt, hat man den Eindruck, als verberge sich im Abschied eine Wiedergeburt. Im Gegensatz zu den mächtigen, überwältigenden Fantasy-Epen wie Herr der Ringe ist Star Trek: Nemesis ein kleiner sympathischer Film, kindlicher und ernster zugleich."
Harald Peters ( taz) kann ersichtlich mit der gesamten Filmreihe herzlich wenig anfangen. Er spießt ein paar logische Löcher auf und hat sich ziemlich gelangweilt im Kino: "Filmminuten gibt es in Star Trek: Nemesis genug, insgesamt 110. Ursprünglich waren es sogar 50 mehr, die nach einigen Vorführungen aufgrund eines vor Langeweile apathischen Testpublikums herausgekürzt werden mussten. Es waren wohl nicht genug. Was allerdings die "Star Trek"-Reihe angeht: Es reicht."
Jan Distelmeyer von der Frankfurter Rundschau hat der Film auch nicht gefallen. Er beginnt nun gar an seiner Zahlentheorie zu zweifeln, wonach die geraden Star Trek Filme besser seien als die ungeraden. Der vorliegende Teil 10 sei aber leider nur ein Vehikel um die Eigentümlichkeiten der Besatzung noch ein letztes mal vorzuführen.
Auch Ronald Bluhm (Die Welt) erwähnt diese Zahlentheorie. Er meint immerhin, der Film nehme in der Zweiten Hälfte mehr Fahrt auf und die finale Raumschiffschlacht könne "sich sehen lassen." Aber von den geraden Filmen sei dies der schlechteste. (Bleibt nur noch die Frage: Liegen die Decks auf der Enterprise echt nebeneinander? Und was bedeutet das?)
Ralph Geisenhanslüke vom Tagesspiegel behauptet der Film breche mit zwei Tabus der Serie: Menschen hätten Sex und Konflikte würden mit Gewalt gelöst. Der Feind sei böse und so sei jedes Mittel recht. Deshalb wirke der Film sehr gestrig. (Wenn ich mich recht an Teil 9 erinnere wurden den bösen Borg aber auch schon keine Blumen überreicht.)
Für Jürg Zbinden von der Neuen Zürcher Zeitung nimmt sich der Gang ins Kino aus "wie ein Besuch bei entfernten Verwandten, die eigens vom Bildschirm auf die Leinwand gereist sind; nicht mit maximaler Warp-Geschwindigkeit, aber immerhin. Fast alle sind da: Counsellor Deanna Troi, der bärtige Commander Riker, Lieutenant Commander Worf, der erste Klingone in der Sternenflotte, zu aller leiblichem Wohl Dr. Beverly Crusher und natürlich auch Lieutenant Commander Data, der weissgesichtige Androide. Alles wie gehabt. Oder?"
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 2.35:1
• Dolby, Surround Sound, PAL, Widescreen
• Laufzeit: 116 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 17. Juli 2003
• Produktion: 2002
DVD Features:
• Audio-Kommentar von Regisseur Stuart Baird
• 'Neue Herausforderungen': Stuart Baird über die Regie von Nemesis;
• 'Eine mutige Vision über die letzte Grenze'
• 'Die letzte Reise einer Star-Trek-Familie'; 'Roter Alarm: Die Action von Nemesis'
• Fotogalerie; 8 geschnittene Szenen
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























