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Aktualisiert am 16.11.2006

Filmkritik:

Vom Schaukeln der Dinge

Vom Schaukeln der Dinge

D 2005 R:Beatrix Schwehm D: Rudolf Höhn 80 Min. Filmwebsite
Der Dokumentarfilm porträtiert den 58jährigen Schauspieler Rudolf Höhn, der seit zehn Jahren an Parkinson erkrankt ist.

"Ein Film also als weinerliche Betroffenheitsstory?", fragt Hans Messias vom Filmdienst rhetorisch: "Mitnichten! Beatrix Schwehm zeigt, eingebunden in gut dosierten Erinnerungen, das zweite Leben des Rudolf Höhn, der seine Krankheit ins Positive ummünzte und Träume verwirklichte, die er früher nicht zu träumen wagte. (...) Durch eine geschickte Befragung, die kluge Auswahl der Szenen und eine vollendete Montage, die vier Ebenen verbindet – Interview, Sport, Theater und Besuch im Elternhaus – stellt der Film einen faszinierenden Menschen vor, der sich nicht seiner Krankheit untergeordnet hat, sondern sie seinen Bedürfnissen anpasst."

"Der Kameramann Bernd Meier fotografiert den schleichenden Fortgang der Krankheit so, dass ihre Symptome zwar gezeigt, aber nie ausgestellt werden. Dadurch kommt er Höhn sehr nah, aber nie zu nahe", lobt Wilfried Hippen von der taz. Und weiter: "Der Film erzählt von der Krankheit, vom Theater, von der Literatur und vom Rugby - eigentlich müsste er heillos überladen sein, aber er wirkt wie aus einem Guss, weil Schwehm bei der Montage einer emotionalen Logik folgt und so die vielen Facetten von Höhn erstaunlich unangestrengt unter einen Hut bekommt. Dabei ist er oft sehr berührend, aber nie sentimental."

Josef Engels (Welt) hat "beredte Bilder" gesehen: "Auf der einen Seite sieht man gesunde Leiber beim Training, auf der anderen Höhn, wie er sich mit größter Konzentration fortbewegt. Höchstens zwei, drei Schritte am Stück gelingen ihm. Dann muss er erschöpft innehalten. Ein ständiger Kampf. Doch Vom Schaukeln der Dinge handelt nur am Rand von teuflischer Behinderung. Vor allem geht es um Theater, Rugby und ums Aufbegehren gegen biographische Handicaps. Großer Sport."

Die taz war bei der Premiere des Films in Bremen dabei.

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