Filmkritik:
Trip - Remix your Experience
D 2005 R: Frank Otto, Bernt Köhler-Adams Filmwebsite
Multimediales Gesamtkunstwerk, ursprünglich als Installation für die Expo 2005 entwickelt, in dem vier vollkommen unterschiedliche Filme durch eine einzige musikalische Großcollage, die als emotionales Drehbuch diente, miteinander verknüpft werden. Gemeinsamer Nenner ist die Musik, welche die bewusste Zufälligkeit von Ort, Zeit und Handlung als übergeordnete Klammer zusammenhält.
" Der Film zelebriert den Schlüssel des Kinos: das Eintauchen in eine (Kunst-) Welt durch Klang und Bild", meint Frank Mehring vom Filmdienst. TRIP stelle die gewohnten Rezeptionsmuster in Frage und rufe zu "neuen Wahrnehmungsformen auf". Der Zuschauer könne sich auf "eine der Geschichten" - die teiweise gleichzeitig auf geteilter Leinwand ablaufen - konzentrieren oder die Aufmerksamkeit "breit streuen, um sich von der Musik zu einem eigenen Film im Kopf inspirieren zu lassen". Die "klanggewaltige Reise" offenbare sich im Kinoraum als "dreidimensionales Erlebnis, das die Möglichkeiten des digitalen Surround-Sounds ausschöpft", biete aber auch einen "Overkill an Bildern". Die "mutige" und "konsequente" Umsetzung wirke "im derzeitigen Filmangebot insgesamt angenehm erfrischend", dürfte bei "Nicht-Initiierten" allerdings "Ermüdungserscheinungen" hervorrufen.
Michael Pilz lästert in der Welt: "Wer diesen Film im Kino ansieht, wird nach kurzer Zeit vom Drang gepackt, feierlich herumzulaufen mit Prosecco-Glas und Finger-Food und Geschäftskontakte anzubahnen. Trip verwandele nämlich "Kinoleinwände in Filmtapeten für besondere Anlässe". Es gebe "keine Geschichte und kein cineastisch motiviertes Wagnis", dafür "74 Minuten Werbung für eine Event-Dekoration".
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