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Aktualisiert am 20.05.2006

Filmkritik:

Hitlerkantate

Hitlerkantate

D 2005 R: Jutta Brückner D: Lena Lauzemis, Hilmar Thate, Rike Schmidt, Arnd Klawitter, Krista Stadler, Dirk Martens, Christine Schorn, Andreas Guenther, Christiane Lemm, Armin Dillenberger Filmwebsite
Eine junge Frau verfällt Hitler. Über Beziehungen wird sie Assistentin eines Komponisten, der Hitler eine Geburtstagsmusik schreiben soll. Blickpunkt:Film fand den Film eher durchwachsen: "In manchen Momenten ist der Film sehr nah an dem Phänomen der fanatischen Bewunderung und des Wirklichkeitsverlustes. Aber die Mischung von Ironie und Ideologie, die dramaturgischen Brüche und eine Dialogunsicherheit, die streckenweise in unfreiwillige Lächerlichkeit abdriftet, machen den Zugang nicht ganz einfach - trotz eines brillanten Hilmar Thate." Und einer sehr guten Kamera.

Auf Ulrich Kriest vom Filmdienst wirkt der Film wie "eine Flaschenpost aus vergangenen Tagen (...) altmodisch, spröde und intellektuell überdeterminiert", doch lasse man sich darauf ein, werde man "mit diskussionswürdigen Einsichten und originellen filmischen Lösungen belohnt". Hitler "als Sexsymbol, ödipale Konflikte, avantgardistische Kunstproduktion zwischen Sozialismus und Faschismus, Exil-Romantik mit Zigarre im Mund (Hilmar Thate gibt gerne mal den Bertolt Brecht), Nazi-Pornos und Züchtungsfantasien".

Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau schreibt, Brückner habe "Ideen für mehrere gute Filme in einen schlechten Film gepackt, den sie als ihre eigene Regisseurin vollends ruiniert. Das Tragische daran ist, dass jede ihrer Figuren nicht nur Besseres, sondern ein wirklich kluges Werk verdient gehabt hätte." Besonders die "bedeutungsschwangeren" Dialoge störten ihn.

Madeleine Bernstorff von der taz erzählt schön übersichtlich und ausführlich die Handlung. Der Film hat ihr gut gefallen: "Das alles klingt ein bisschen unfassbar, thematisiert dauernd seine eigene Konstruiertheit und entrollt sich vor unseren Augen mit Humor und den eindrucksvollen Bildfindungen des Kameramanns Thomas Mauch." Bemerkenswert sei die Musik von Peter Gotthardt.

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