Filmkritik:
Workingman's Death
Ö/D 2005 R: Michael Glawogger Filmwebsite
In fünf Kapiteln und einem Epilog beschäftigt sich der Film mit körperlicher Schwerstarbeit. Die Schauplätze liegen in der Ukraine, in Indonesien, Nigeria, Pakistan, China und Deutschland.
Für Julia Amalia Heyer vom Tagesspiegel ist die "grandiose Dokumentation" der "bewegende Beweis dafür, dass die Welt größer als ein global village ist - und nicht nur Heimat für eine bis in den letzten Winkel vernetzte und verkabelte Informationsgesellschaft". Glawoggers Bilder seien "intim, aber nie voyeuristisch".
Glawogger und seinem Kameramann Wolfgang Thaler seien "unglaubliche Aufnahmen" gelungen, schreibt Matthias Heine in der Welt. Workingman's Death erzähle vom "großen Widerspruch individueller Schwerarbeit: Einerseits ist sie für viele eine zerstörerische Mühsal, die vorzeitig alt und krank macht. Andererseits ist sie in Gesellschaften ohne soziales Netz eben auch der einzige Weg zum Überleben". Man sehe "keine Tätigkeiten, die auch von Frauen erledigt werden könnten. Die Hölle der Hochöfen und Schächte war irgendwie auch ein Männerparadies".
Wilfried Hippen von der taz schreibt, Glawoggers Methode scheine "ganz prosaisch und nüchtern zu sein, und doch sind viele der Aufnahmen so bildgewaltig, ist die Montage so musikalisch und unterstützt die rhythmische Musik des Jazzers John Zorn diese Wirkung so effektiv, dass der Film auch das einfängt, was Maxim Gorky einmal die 'Poesie der Arbeit' genannt hat." Hippen fühlte sich gar an den "Bilderrausch von Godfrey Reggios Koyaanisqatsi" erinnert.
Anlässlich der Aufführung von Workingman's Death beim Filmfestival von Venedig 2005 schrieb Cristina Nord in der taz, Glawogger suche nach der "spektakulären Einstellung, nach dem Bild, das man so noch nicht gesehen hat", doch anders als zum Beispiel in Hubert Saupers Darwins Alptraum störe diese "Neigung zum Spektakulären" nicht, "im Gegenteil". Dass Glawogger so viel Wert auf "Farben, Licht, Geräusche und den einen oder anderen Schockeffekt" lege, machte gerade den Reiz des Films aus.
Marli Feldvoss von der NZZ fand es "besonders eindrucksvoll, wie Workingman's Death den "Begriff der Arbeit reflektiert und gewissermassen neu definiert".
Die taz hat sich mit Michael Glawogger unterhalten.
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