Filmkritik:
Bad Santa
USA/D 2003 R: Terry Zwigoff D: Billy Bob Thornton, Tony Cox, Lauren Graham, Brett Kelly, Lauren Tom, Bernie Mac, John Ritter Filmwebsite
Zwei Gauner wollen als Weihnachtsmänner einen Coup landen, aber exzessiver Alkoholkonsum und ein Junge sorgen für Schwierigkeiten. Regie führte Terry Zwigoff ( Crumb). Blickpunkt:Film spricht von einer "pechschwarz- profanen Satire" mit Thornton "als Perfektbesetzung für den missmutigen Misanthropen. (...) Dank der aggressiven Exzessivität wird sich allemal eine Kultnische für diese tabulose 'Weihnachtskomödie' finden."
Jörg Gerle vom Filmdienst war ganz gerührt, dass der Film unter seiner zotigen Schale doch noch einen "hemmungslos romantischen Subplot" entwickle. Dabei sei der eigentliche Star des Films Brett Kelly als übergewichtiges Kind: "Ohne diese, entgegen aller Beleidigungen und Hänseleien aufrichtig an den Weihnachtsmann und das Gute im Menschen glaubende Figur hätte der Film keine Seele - geradezu herzzerreißend, wie Billy Bob Thorntons urgewaltiger Lebensfrust an dem kleinen Jungen zerbröckelt."
Josef Engels von der Welt schwärmt dieser Weinachstmann sei "ein Geschenk des Himmels" für all jene, die den Weinachtsrummel hassen. Er plaudert allerdings das Ende aus, um zu belegen, dass sich der Film "über die gesamte Filmstrecke in seinem zärtlichen Zynismus bewundernswert treu" bleibe. Die Schauspieler seien wunderbar.
Oliver Hüttmann vom Spiegel bemängelt die manchmal "allzu platten Zoten", um als "als rundum gelungene Tragikomödie" zu gelten, und Zwigoff entwickle auch "keine visuelle Raffinesse (...) wie etwa Joel und Ethan Coen", doch sei Billy Bob Thornton hinreissend, "mit einem meisterhaften Minimalismus zwischen verkaterter Lakonik und knurrigen Eskapaden."
Holger Römers von der Frankfurter Rundschau fand den Film rundrum gelungen. Der "Grundton aus mürrischer Geschmacklosigkeit und Lakonie erlaubt es Zwigoff, auch seine skurrilsten Gags lapidar einzustreuen - und damit Lachtränen fließen zu lassen." Und auch der versöhnliche Schluss werde "so lapidar präsentiert, dass man sich ein besseres Ende für diese herrlich eigenwillige Komödie gar nicht denken könnte."
Anke Sterneborg von der Süddeutschen Zeitung glaubt, bei allem Spaß, den Zwigoff offenbar "daran hatte, am Zuckerguss des Winterwunderlands zu kratzen", spüre man "eben auch, wie wehrlos er bleibt gegen die klebrige Masse, die die böse Komödie am Abheben hindert." Am Ende bahne "sich mit weihnachtlicher Unerbittlichkeit auch hier eine monströse Patchwork-Familie an".
Andreas Maurer von der NZZ ist begeistert von Billy Bob Thornton. Den bösen Weihnachtmann verkörpere der mit "fast besorgniserregender Überzeugung"; mit seinem Gesicht, "inem der "wundervollsten seit Humphrey Bogart, wie von einem Waffeleisen geformt", bezaubere er sogar "als rülpsender 'Beweis dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt'".
Der Spiegel hat mit Billy Bob Thornton gesprochen.
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Hindi, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 95 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 7. Juni 2005
• Produktion: 2003
DVD Features:
• Outtakes
• Entfallene Szenen
• Filmdokumentation
• Trailer
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