Filmkritik:
Sky Captain and the World of Tomorrow
USA/Gb 2004 R: Kerry Conran D: Gwyneth Paltrow, Jude Law, Giovanni Ribisi, Michael Gambon, Bai Ling, Omid Djalili, Angelina Jolie Filmwebsite
New York City im Jahr 1939: die Reporterin Polly Perkins und der Pilot Sky Captain kämpfen gegen den verrückten Dr. Totenkopf, der die Erde zerstören will. In diesem Retro-Science-Fiction wurden die Schauspieler in eine vollständig computergenerierte Szenerie hineinmontiert.
"Visuell faszinierend" schöpft die "selbstironische Abenteuerromanze" aus dem filmischen Zitatenschatz der "Hollywood-Romantik der 30er und 40er Jahre", meint Blickpunkt:Film; die Vermischung der zahlreichen Einflüsse lasse den FIlm "überraschend und doch zwangsläufig vertraut" wirken
Frank Mehring vom Filmdienst meint, wer hier "Handlung, moralische Entwicklung der Charaktere oder emotionalen Tiefgang sucht", sei "ausdrücklich gewarnt", denn "wie so oft in den Vexierspielen postmoderner Kunst" bestehe das "Produkt ausschließlich aus Oberfläche", nichts habe Bedeutung, "es gibt keine Realität außerhalb der Wirklichkeit des Films". Trotz seines beeidruckenden Looks bleibe Sky Captain "am Ende ein Witz, dessen Pointe zwar clever anmutet, jedoch hohl klingt".
Holger Kreitling von der Welt schwärmt von der "irrealen Art-Déco-Phantasie in Sepia und Gold", einem Land, "so wirklich wie vom Zauberer Oz entworfen". So "berückend" der visuelle Stil auch sei, "so holterdipolter rauscht die Geschichte vorüber". Die Erzählung erscheint "absichtlich krude", meit der Kritiker. Schwerer wiegt aber seiner Meinung nach die Tatsache, dass in diesem fast "vollkünstlichen" Film die Menschen irgendwie "nicht recht ins Bild" passten.
"Ebenso verspielt wie verblüffend" fand Tagesspiegel Julian Hanich diesen "durch und durch ungewöhnlichen" Film, dessen Dilemma darin bestehe, dass seine Charaktere "leblos" wirken: "Man sieht den Film mit kalter Bewunderung".
Daniel Kothenschulte ( Frankfurter Rundschau) spricht von einer "herrlichen Kolportage". Conran gelinge etwas, "woran sich Medienkünstler im Kunstkontext immer wieder schrecklich schwer tun: Allein durch die ästhetische Anmutung von gefundenen Bildern Aussagen darüber zu treffen, welche Welt in ihnen verborgen ist."
Michael Althen von der FAZ stellt fest: "Dieser Film ist nur dazu gemacht, daß einem die Augen übergehen". Dazu komme er allerdings zu spät, "ein paar Jahre mindestens, vielleicht sogar ein, zwei Jahrzehnte". Mittlerweile sei man an Schauspieler in virtuellen Landschaften gewöhnt. Conrans Film sehe zwar "immer noch sehr gut, aber auch ein bißchen alt" aus. Dennoch trage Sky Captain "sein Herz auf dem rechten Fleck", denn er mache sich mit "solcher Lust" und teiweise auch Rafinesse über seine Vorbilder her, dass er - ein paar Minuten lang wenigstens - wirke "wie etwas, das man so noch nicht gesehen hat".
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1) Französisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch
• Bildformat: 16:9
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 106 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 21. April 2005
• Produktion: 2004
DVD Features:
• Kommentar von Produzent Jon Avnet; Kommentar von Autor und Regisseur Kerry, Conran und der VFX Crew – Produktiondesigner, Kevin Conran,Animationregisseur/ Digitale Effekte, Supervisor Steve Yamamoto und Visuelle Effekte, Supervisor Darin Hollings;
• Brave New World - Chapter 1; Brave New World - Chapter 2; Die Kunst von World of Tomorrow; Der Original-Sechs-Minuten-Kurzfilm; Entfernte Szenen
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