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Aktualisiert am 25.11.2009

Filmkritik:

Host and Guest

Host and Guest

(Bangmunja) Südkorea 2005 R: Shin Dong-il D: Kim Jae-rok, Kang Ji-hwan 92 Min. Filmwebsite
Ho-jun, erfolgsloser Filmwissenschaftler Mitte dreißig, hat gerade seine Scheidung hinter sich, bei der er das Sorgerecht für den gemeinsamen Sohn an seine Exfrau abgeben musste. Als dann auch noch seine Bewerbung um eine Professur zum wiederholten Male abgelehnt wird, fällt er in tiefe Depressionen. In dieser Gemütsverfassung trifft ihn Gye-sang, Angehöriger der Zeugen Jehovas und Wehrdienstverweigerer aus religiöser Überzeugung. Wütend über den ungebetenen Besuch, lässt Ho-jun seinen Frust an dem erschrockenen Gye-sang aus. Doch aus dieser anfangs verfahrenen Situation wächst eine Freundschaft zwischen den beiden Außenseitern, die ihnen hilft, sich den Widerständen in ihren Leben zu stellen.

Jörg Gerle vom Filmdienst hält es für eine mutige Entscheidung, Host and Guest in Deutschland ins Kino zu bringen, das sich der asiatische Film "abseits des Kostümdramas hierzulande sehr schwer tut". Dieser "stoische Film" habe lange Einstellungen, "die eigentlich nirgendwo hinführen, aber doch die Sinne schärfen für den Text hinter den Bildern".

"Shin Dong-il erzählt seine einfache, alltagspolitische Geschichte mit viel Wärme und Einfühlungsvermögen, im Geiste des Neorealismus und in eher langen Einstellungen", schreibt Detlef Kuhlbrodt in der taz; sein Film sei "still und unaufdringlich, ohne je langweilig zu sein"; alles wirke "realistisch und wahr, weil er seine Hauptfiguren mit einer zurückhaltenden Wärme beobachtet und diese Figuren so großartig gespielt und nicht auf Typen reduziert sind".

Host and Guest wurde 2006 im Forum der Berlinale gezeigt. Susanne Messmer schrieb in der taz: "Host und Guest von Shin Dong-il besticht dabei vor allem durch die trockene Art der Hauptfigur, eines arbeitslosen und geschiedenen Filmprofessors. Einfach toll, wie dieser ewig missmutige Mann immer wieder an den selben dummen Alltagspflichten scheitert: an der Badtür, die klemmt, an der Lektüre der Zeitung, die täglich mit Bush zu titeln scheint. Viel zu sehr ist man bei diesem Film auf das herrliche Gezeter des Helden konzentriert als dass man noch Zeit hätte auf vorüber ziehende Wolken oder Vögel zu achten, wie man sie sonst so oft in koreanischen Filmen zu sehen bekommt".

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