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Aktualisiert am 25.11.2009

Filmkritik:

Paranormal Activity

Paranormal Activity

USA 2007 R: Oren Peli D: Micah Sloat, Katie Featherston, Mark Fredrichs, Randy Mc Dowell, Michael Bayouth, Amber Armstrong, Ashley Palmer, Tim Piper 99 Min. Filmwebsite
Am Anfang sieht es noch nach dem großen Glück aus: Ein junges Pärchen zieht in ein neues Haus. Alles ist gut, die jungen Leute sind zufrieden. Doch mit der Zeit schleichen sich Zweifel ein, denn - die beiden sind nicht allein. Um dem unsichtbaren Übel auf die Spur zu kommen, stellen sie nachts eine Überwachungskamera auf.

Sascha Koebner vom Filmdienst findet die "suggestive Kraft dieser Ereignisse erstaunlich". Die innere Logik sei "stellenweise brüchig", aber der "Live-Action-Stil" werde "konsequent durchgehalten".

"Diese Zahlen sind beinahe überirdisch. Die Produktionskosten lagen angeblich bei 15 000 Dollar. An den amerikanischen Kinokassen hat der Film schon jetzt 104 Millionen Dollar eingespielt", stellt Julian Hanich vom Tagesspiegel fest. Eine Ursache für den Erfolg sei das "ungewöhnliche Marketing", ein anderer die US-amerikanische Immobilienkrise: "Der Film trifft auf ein Land, in dem Zwangsvollstreckungen den amerikanischen Traum vom Eigenheim zerstören".

Andreas Resch von der taz meint, der Film unterlaufe "konsequent die Erwartungshaltung des Zuschauers", dabei lasse sich allerdings "nicht sagen, ob dies einer genialen ironischen Brechung oder eher einem sagenhaften dramaturgischen Dilettantismus zu verdanken ist". Eine Qualität von Paranormal Activity liege in der "Plausibilität der visuellen Darstellung".

Harald Peters von der Welt schreibt: "Wenn auch nicht als Film, so ist Paranormal Activity zumindest als kollektive Erfahrung ein großer Spaß". Gemessen an den Mitteln sei der Film eine "Sensation" - man frage sich, "warum nicht eigentlich viel häufiger angehende Regisseure zur Kamera greifen und drauflosdrehen, statt für unglaublich komplizierte Filmprojekte jahrelang Finanzierungen hinterherzulaufen".

Lars-Olav Beier von Spiegel Online schreibt: "In Paranormal Activity kehrt das Home Video nun dorthin zurück, wo es seinen Eroberungszug begann: ins bürgerliche Heim, ins 'home', das kein 'castle' mehr ist". Mit seiner "Ästhetik der Andeutung" unterlaufe Peli geschickt die "Blutwelle, die seit einigen Jahren in immer brutaleren Splatter-Filmen über die Leinwand rollt".

Bert Rebhandl von der FAZ stellt fest: "Dass das Fürchten grundsätzlich eine Medienerfahrung geworden ist, hat der junge Regisseur Oren Peli nun mit bemerkenswerter Konsequenz zu Ende gedacht". Paranormal Activity lasse sich auch als einer der "ersten prägenden Filme der Generation Youtube lesen"; der Film wäre dann auch so etwas wie eine "spielerische Bearbeitung des Verhältnisses von Youtube zu Porntube, und das Grauen käme durch die riesige Bresche, die die digitale Kultur in den Grenzbereich zum privaten Leben geschlagen hat, das nun nicht einmal im Schlaf mehr bei sich sein kann".

"Spannung erzeugen ist das eine. Eine richtige Gänsehaut hervorrufen ist hingegen eine Fähigkeit, die nur jene beherrschen, welche die Kunst der Reduktion verstehen – und sei es aus Not", schreibt Susanne Ostwald von der NZZ. Zu diesen zähle der Regisseur und Computerspiel-Designer Oren Peli.

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