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Aktualisiert am 21.11.2009

Filmkritik:

This Is Love

This Is Love

D 2009 R: Matthias Glasner D: Corinna Harfouch, Jens Albinus, Lisa Nguyen, Jürgen Vogel, Devid Striesow, Ernst Stötzner, Tatja Seibt, Valerie Koch 107 Min. Filmwebsite
Seit ihr Mann vor sechzehn Jahren spurlos aus ihrem Leben verschwunden ist, hat Maggie den Glauben an die Liebe verloren. Die Jahre der Ungewissheit haben sie einsam gemacht. Als die Kommissarin eines Tages den verschlossenen Chris verhört, dreht sich ihr Leben um. Chris erzählt ihr, wie er die 9-jährige Jenjira aus einem Bordell in Saigon befreit und nach Deutschland gebracht hat. Jetzt ist Jenjira verschwunden und Chris weiß mehr darüber, als er verrät. In den Verhören entsteht eine Beziehung zwischen Maggie und Chris. Bei beiden werden schmerzhafte Erinnerungen an die Oberfläche gespült.
Matthias Glasner führte auch Regie bei Der freie Wille

Alexandra Wach Filmdienst hat einiges auszusetzen an diesem Film: "Hinzu kommen die kunstvollen Bilder, die in jeder Einstellung kontrastreich zur Handlung Geborgenheit simulieren und doch nur, vom ausgestellten Zynismus gehemmt, an der Oberfläche der Gefühle kratzen. Die elliptische Struktur, die das Geschehen aus zwei Erzählperspektiven in Rückblenden und Voice-Over-Monologen vorantreibt, erweist sich als mindestens ebenso schwerfälliges Konstrukt, und auch die Dialoge, die mitunter eine bemerkenswerte Schärfe erreichen, drehen sich irgendwann im Kreis".

"Das Hässliche kann genauso geschmäcklerisch sein wie das allzu Schöne", weiß Daniel Kothenschulte von der Frankfurter Rundschau. "Alles" sei "falsch an diesem scheinheilig-distanzierten Exkurs über das, was der Titel ironisch 'Liebe' nennt". Dieses "hochgezüchtete Melodram über die ach so tragische Seite der Pädophilie" gehöre zum "Grausigsten, was sich mit Steuer- und Gebührengeldern kaufen lässt".

Milder urteilt Bert Rebhandl von der taz: "Glasners anspruchsvolle Konstruktion hält dem Druck, unter den er selbst seine Erzählung setzt, nicht stand". Kein Gott könne da helfen, "wo ein wenig intellektuelles und ästhetisches Maß schon gelangt hätte".

"Der Regisseur Matthias Glasner scheint sich vorgenommen zu haben, nach und nach alle Formen des abweichenden und verbotenen Sexualverhaltens in seinen Filmen künstlerisch durchzudeklinieren – so ähnlich wie es einst Kieslowski mit den zehn Geboten getan hat", bemerkt Matthias Heine von der Welt. Für eineinhalb Stunden im Kino sei man bereit, sich auf den dargestellten Skandal einzulassen, "und wie jeder radikale Abschied von der Konvention tut auch diese Provokation der Kunst nur gut". This Is Love rage "weit über die meisten deutschen Produktionen hinaus, in denen Sympathie und Empörung doch sehr vorhersagbar verteilt werden". Aber bald nachdem man das Kino verlassen hat, "denkt man doch wieder: Wenn Liebe tatsächlich nur zwischen einem kleinen Kind und einem kranken Mann möglich sein sollte, dann ist auf die Liebe gepfiffen!"

Jan Schulz-Ojala vom Tagesspiegel schreibt: "Innen statt Außen, Wahrhaftigkeit statt Wahrscheinlichkeit: Dieses radikale ästhetische Prinzip bringt ein starkes Stück Kino hervor, das schließlich doch wieder nur das eigene Gewinde überdreht". This Is Love funktioniere über weite Strecken "als radikale menschliche Nachtseitenstudie".

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