Filmkritik:
Peter Pan
USA 2003 R: P.J. Hogan D: Jason Isaacs, Jeremy Sumpter, Rachel Hurd-Wood, Ludivine Sagnier, Olivia Williams, Harry Newell, Freddie Popplewell, Lynn Redgrave, Richard Briers, Theodore Chester Filmwebsite
Das größte Plus diser "aufwändige Realverfilmung" von J.M. Barries Klassiker sei der 14-jährige Jeremy Sumpter, der die Titelfigur "erstmals authentisch jung und jungenhaft erscheinen lässt", meint Blickpunkt:Film. Die "farbenprächtige, den Märchencharakter durch einen artifiziellen Touch unterstreichende Neuverfilmung" habe für Schnitt, Kamera, Produktionsdesign und Visuelle Effekte "ausschließlich Spitzenkräfte versammelt" und sei ein "schöner Film" geworden, aber kein "überwältigendes" und "verblüffendes" Erlebnis.
Für Horst Peter Koll vom Filmdienst vermittelt der Film trotz seines Hangs zu Action und Spezialeffekten "durchaus auch noch etwas von der subtilen Poesie der melancholischen Fabel".
Michael Althen von der FAZ meint, diese "durch und durch pubertäre Phantasie" sei mit ihren "Untertönen geschlechtlicher Verwirrung" für einen Kinderfilm "fast schon ein starkes Stück". Dabei sei es Hogans "klügste Entscheidung" gewesen, sich an J.M. Barries Bühnenstück zu halten, "das ja durchaus für ein erwachsenes Publikum gedacht ist". Der Regisseur habe ein "Kaleidoskop pubertärer Ängste und Begierden entworfen, in dem er alle Register zieht, wenn es darum geht, dieses Nimmerland in den flirrendsten Farben erstrahlen zu lassen - es wirkt, als habe er den Stoff in einer großen Discokugel gespiegelt".
Susanna Nieder vom Tagesspiegel schwärmt, Kitsch könne manchmal "richtig schön" sein - wenn er so gelungen inszeniert sei wie hier und wenn "mit Gefühl, aber ohne falsche Sentimentalität" erzählt werde.
Dietmar Kammerer von der taz hat "erstaunt bemerkt man, dass sich unter all dem zuckersüßen Beiwerk so etwas wie eine Coming-of-Age-Geschichte abzeichnet"; Peter Pan zeige, "wie die schönste Fantasie ihre Wirkung dann am besten entfaltet, wenn der Witz in den scheinbaren Nebensächlichkeiten steckt".
Peter Zander von der Welt hat ledigklich einen "kleinen Haken" in diesem "ansonsten zauberhaften Film" entdeckt: "Wendy, die doch nicht erwachsen werden wollte, wirft hier, wenn auch noch halb als Rollenspiel, doch ein zu deutliches Auge auf Peter Pan. Und das ist die Krux: Die Geschichte passt einfach nicht mehr in unsere Zeit".
Gerda Wurzenberger von der Neuen Zürcher Zeitung lobt die geglückte Verbindung von theaterhaften und realistischen Elementen in dem vielschichtigen Film. Hogan seien treffliche Bilder für das bürgerliche Idyll, den "rohen Realismus" der Piratenwelt und auch für die "magische Ebene" der Geschichte gelungen.
Fritz Göttler ( Süddeutsche Zeitung) meint, Hogan sei "kein Naiver, seine Visionen sind gesättigt mit Jahrhunderten klassischer Malerei, mit barocker Sinnenlust", und während das "Gespenst der Pädophilie umgeht in Europa und an der Ostküste der USA", steuere die Geschichte von Peter Pan und Wendy mit "atemberaubender Konsequenz auf einen intensiven Kuss unter Kindern zu. Ein richtiger Kuss, kein Fingerhut".
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 2.40:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 109 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 27. Juli 2004
• Produktion: 2003
DVD Features:
• 19 Filmdokumentationen inkl. Alternatives Ende und Entfallene Szene (u.a. Bei den Darlings, Im Nimmerland-Wald, Die Schwarze Burg, Auf Hooks Piratenschiff, Das Geheimversteck)
• Verschiedene Trailer
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