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Aktualisiert am 01.08.2005
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Filmkritik:

Ararat

Ararat

Can 2002 R: Atom Egoyan D: David Alpay, Charles Aznavour, Arsinée Khanjian, Christopher Plummer, Marie-Josée Croze, Eric Bogosian Filmwebsite
Der Film thematisiert den Völkermord der Türken an den Armeniern in den Jahren 1915-1918. In der Gegenwart dreht ein Regisseur einen Film über die Geschehnisse, anhand der Dreharbeiten und der Diskussionen wird die Geschichte vermittelt. Marc Hairapetian vom Filmdienst nennt diese Konstruktion einen "intelligenten Kunstgriff". Die "aufwändige Nachstellung" der Verbrechen gehe "bisweilen bis an die Grenze des Erträglichen", doch auch "die durch die Verleugnung von Generation zu Generation vererbte Tragik der armenischen Geschichte" werde mit dem im Heute angesiedelten Film dargestellt. Dabei verteufele Egoyan die Türken nicht, sondern sein "differenzierter Film" könne "der Anfang einer Annäherung zwischen Türken und Armeniern sein." Wenn sie ihn denn zu sehen bekommen. In Deutschland starte der Film übrigens mit 5 Kopien.
Auch Andreas Busche von der taz lobt Egoyans Film: " Ararat verhandelt verschiedene Möglichkeiten - richtige und falsche - von Erinnerungswahrung und blendet sie rhetorisch ausgeklügelt ineinander. Bemerkenswert bleibt dabei, wie sehr sich Egoyan als Filmemacher gegen die Autorität des bewegten Bildes sträubt. Für ihn kann jedes reproduzierende Bild immer nur eine Instant- Erfahrung bleiben." Deshalb wundert er sich auch, dass Egoyan am Ende doch noch die schockierenden Bilder des Massakers zeige.
Peter Zander von der Welt fand dagegen, dass Egoyan an seinem anspruchsvollen Ansatz gescheitert sei: "Vielleicht hätte sich Egoyan der Gefahr, der Propaganda bezichtigt zu werden, kühn aussetzen sollen. (...) Stattdessen bevölkert Egoyan den Film mit einer Fülle von Nebenfiguren, die sich alle auf ihre Weise an der Vergangenheit abmühen: indem sie verdrängen, leugnen oder aufarbeiten. Die letztlich nur die Summe der einzelnen Standpunkte verkörpern, ohne eine eigene Position zu beziehen."
Auch Birgit Glombitza (Die Zeit) war das "vielschichtige Konstrukt aus Film im Film, Historie, Begegnungen und Erinnerungen" zuviel. "Ein Knäuel aus Erlittenem und Verdrängtem, aus verschluckter Familiengeschichte und unverdauter Schuld tritt zutage. Und manche Szene büßt vor lauter Verknüpfungseuphorie einiges an erzählerischer Leichtigkeit ein. (...) Und Egoyans Manie für weltumspannende Referenzen verzettelt sich zusehends in einer beschwerlichen Arbeit am Kleinteiligen."
Michael Kohler ( Frankfurter Rundschau) gibt zu, dass man den Film für etwas "überkonstruiert" halten könne, doch dass der Film nicht daran scheitere sei "Egoyans Triumph. Er hat die Schrauben noch ein wenig fester angezogen, viel gewagt und sich getraut, den persönlichsten zu seinem distanziertesten Film zu machen. Man muss schon Claude Lanzmans Shoa als Vergleich heranziehen, um die Tragödie eines Volks zugleich so dezidiert undramatisch und doch so eindrucksvoll dargestellt zu sehen wie hier."
Kertin Decker ( Tagesspiegel) hat der Film nicht sehr gefallen: "Viele bekommen in Ararat eine Stimme des Erinnerns, wo vorher nur Stille war. Männer und Frauen. Ältere, Jüngere. Egoyan verknüpft sie überdies durch private Schicksale. Vielleicht ist das der Grund, warum Ararat merkwürdig konstruiert wirkt."
Für Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung ist Ararat ein Film der "intensiven Empfindungen, der stärksten Leidenschaft. Ein Film, der an die Schmerzgrenze geht, in seiner Trauer, seiner Verzweiflung." Er frage, was darstellbar ist und wie es sich ändert, "wenn es dargestellt wird".

Ararat kommt in der Türkei nicht in die Kinos. Nach Drohungen aus der ultra-nationalistischen Ecke verzichte der Verleih darauf, den Film zu zeigen, meldet die taz.
In der Welt beleuchtet der türkische Schriftsteller Zafer Senocak den türkischen Blick auf die Problematik.

Die Süddeutsche Zeitung hat mit Egoyan gesprochen.

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Infos zu diesem Titel
• Sprache: Englisch
• Import, PAL
• DVD Erscheinungstermin: 13. Oktober 2003

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