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Aktualisiert am 01.08.2005
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Filmkritik:

Paycheck - Die Abrechnung

Paycheck - Die Abrechnung

USA 2003 R: John Woo D: Ben Affleck, Aaron Eckhart, Uma Thurman, Paul Giamatti, Colm Feore, Joe Morton Filmwebsite
Ein Computerfachmann akzeptiert, dass man ihm nach Beendigung seiner geheimen Projekte die fragliche Zeit aus dem Gedächtnis löscht. Leider fühlt er sich nach getaner Arbeit von seinen Auftraggebern geprellt und recherchiert nun selbst. Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick. Blickpunkt:Film schreibt: "Ein entscheidendes Kriterium guter Science Fiction ist Fantasie. Wer genug davon hat, um Ben Affleck als Technologiegenie zu akzeptieren, erlebt eine Philip-K.-Dick-Adaption, die Action- und Thrillerfans zufrieden stellen, wenn auch nicht begeistern wird."
Auch Jörg Gerle ( Filmdienst) fand die Besetzung von Affleck wenig gelungen: "Seine schauspielerische Leistung ist bemüht, seine Figur hölzern; nie glaubt man ihm den Wissenschaftler, der sich zwischen fehlender Vergangenheit und ungewisser Zukunft reibt." Hinzu komme allerdings auch, dass John Woo die Schwächen des Drehbuchs mit Actionszenen zu kompensieren trachte. "Die durchaus spannende Dimension des Films, der um eine von Allcom entwickelte Maschine kreist, die einen Blick in die Zukunft ermöglicht, gerät zugunsten einer überkonstruierten Actiongeschichte in den Hintergrund."
Fritz Göttler ( Süddeutsche Zeitung) mochte den Film: "John Woo, der mal wieder eine sagenhafte Schau abzieht mit seinen verrückten Actionszenen, ist einer mit Herz, und vermutlich braucht es einen totalen Familienmenschen, um die Visionen des kontaktgestörten Philip K. Dick mit solcher Selbstverständlichkeit, mit so viel Lässigkeit auf die Leinwand zu bringen."
Martin Schwickert ( Tagesspiegel) lobt immerhin die Besetzung von Ben Affleck "ahnungsloser Held". Davon abgesehen fand er den Film nicht so toll: "Doch die Handlung kommt nie in Fluss. Woo ist ein Bildermacher. Als Geschichtenerzähler wirkt er im plotfixierten Hollywood verloren."
Ronald Bluhm (Die Welt) ist noch strenger: "Es lohnt nicht, um den heißen Brei herum zu reden: Paycheck ist ein misslungener Film. Er markiert den vorläufigen Tiefpunkt in der Hollywood-Karriere des Hong Kong-Regisseurs John Woo. Schlimmer: Mit seinen Konfrontationen und Zeitlupe- Effekten ist ihm Paycheck gar zu einem leidenschaftslosen Klischee eines Woo-Films geraten."
Gunter Göckenjans Artikel ( Frankfurter Rundschau) ist gewissermaßen ein Abgesang auf John Woo: Von dessen "Handschrift ist nur noch der Fingerabdruck übrig geblieben, mit dem der Regisseur seine Arbeit markiert. Paycheck ist ein signiertes Industrieprodukt. Damit ist der ehemalige Ballettmeister des chinesischen Gangsterfilms da angelangt, wo er als junger Mann in China, zu Beginn seiner Karriere, schon einmal war: Er ist ein zuverlässiger Filmindustriearbeiter, diesmal in Hollywood. Eine perfekte Integration."
Gut fies schreibt Harald Peters in der taz, Ben Affleck, "zweifelsohne ein Schauspieler mit überschaubarem Charme", teile seine Filme seit geraumer Zeit in "zwei Kategorien" ein : "Die kleineren, schwierigen Rollen spielt er mit besorgt hängendem Kinn. Während er solch hoch budgetierte Hollywood-Werke wie Paycheck mit stolzem und tapfer vorgeschobenem Kinn absolviert". Hier wolle sich die "versprochene Spannung" nicht entfalten. Zwar seien "Affleck und sein Kinn in bester Form", es komme aber nur eine "handelsübliche Verfolgungsjagd" heraus. Außerdem sei Regisseur Woo an der "eigentlichen Liebesgeschichte zwischen Affleck und seinem Kumpel Shorty" gescheitert.
Oliver Hüttmann ( Spiegel) lobt diesen "robusten wie raffinierten Action-Thriller", der "schlicht packend unterhält". Woo, der "alte Mann aus Hongkong", gestalte die "Zukunft des Actionfilms mit klassischen Mitteln". Einzige Schwäche des Films sei Ben Affleck, der "mit jedem Film, in dem er auftaucht, glanzloser und mimisch lustloser wirkt".

Die Süddeutsche Zeitung und die Welt haben mit John Woo gesprochen, der Spiegel auch.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
• Bildformat: 16:9, 2.35:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 114 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 9. Juni 2004
• Produktion: 2003

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