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Aktualisiert am 29.10.2009

Filmkritik:

Die Bucht - The Cove

Die Bucht - The Cove

USA 2009 R: Louie Psihoyos 90 Min. Filmwebsite
Ric O'Barry ist Delfinkenner: In den 60er Jahren war er der Trainer von "Flipper". Mittlwerweile ist mit Delfinarien, Delfin-Shows, Delfintauchgängen und -therapien ein global florierendes Geschäft entstanden - eine Industrie, für deren Existenz sich Ric O'Barry mit verantwortlich fühlt. Und gegen die er seit mehr als 38 Jahren mit ganzer Leidenschaft ankämpft. Was Ric O'Barry im japanischen Küstenort Taiji entdeckt, ist unvorstellbar. In einer abgelegenen Bucht, die von der Außenwelt durch Stacheldraht und Sicherheitspersonal abgeschottet wird, liegt ein dunkles und tödliches Geheimnis. Die Bucht zeigt, wie sich Ric O'Barry gemeinsam mit Regisseur Louie Psihoyos dieses Geheimnis ans Licht zu bringen versucht.

Was Die Bucht laut Reinhard Lüke vom Filmdienst "von all den anderen zahlreichen Dokumentarfilmen zum Schutz von Walen und Artverwandten unterscheidet, ist die Dramaturgie, die virtuos auf der Thriller-Klaviatur spielt". "So clever und effektvoll" habe bisher "kein anderer Dokumentarfilm die Dramaturgie und Ästhetik des Thrillers genutzt".

Bert Rebhandl von der FAZ meint, die Macher des Films seien von ihrer Mission "so überzeugt, dass sie an entscheidenden Stellen weit über die Usancen des dokumentarischen Kinos hinausgehen und sich agitatorischer Mittel bedienen, die man auch dann für dubios halten muss, wenn man die prinzipielle Berechtigung ihres Anliegens nicht in Frage stellen möchte". Die "ganze kriegerische Dramaturgie" von Die Bucht stehe dem "fiktionalen Kino näher als der dokumentarischen Erforschung komplexer Umstände".

Doris Kuhn von der Süddeutsche Zeitung meint, mit dem "reißerischen Ansatz, der Vielfalt an Information und einem Geheimnis, das tatsächlich aufgedeckt wird", gelinge dieser Dokumentation das, "was keine Schutzorganisation in solcher Direktheit schafft: Man möchte, wenn man das Kino verlässt, sofort eine Kontonummer wissen, auf die man sein Erspartes überweisen kann. Und zwar alles".

Kai Müller vom Tagesspiegel glaubt: "An diesem Verbrechen werden sich Japaner verschlucken".

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