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Aktualisiert am 13.05.2005

Filmkritik:

Crime is King

Crime is King

USA 2000 R: Demian Lichtenstein D: Kurt Russell, Kevin Costner, Courteney Cox Filmwebsite
Fünf Männer überfallen in Elvis-Kostümen ein Casino in Las Vegas. Die Millionenbeute will sich der Chef der Bande (Kevin Costner) unter den Nagel reißen und erschießt seine Partner- bis auf einen (Kurt Russel). Laut Blickpunkt:Film ist das ein "exzessiv-energetischer Actionkrimi der Tarantino-Schule"; überzeugend sei vor allem Costner in der "verrücktesten und amoralischsten Performance seiner Karriere". Der visuelle Stil sei "voller Gimmicks" und schlage sich in "Spielereien mit der Filmgeschwindigkeit, Verzerrungen und Schnitt nieder". Jan Diestelmeyer von der taz stand vor der Wahl das Kino zu verlassen oder sich am das Scheitern des Films zu weiden. Sein Berufsethos befahl im letzteres: Der Film sei "Lebenszeitverschwendung", hilflos greife er nach "jedem noch so schiefen Strohhalm greifen, der irgendwann aus dem Dung von Filmgeschichte und Zeitgeist gewachsen ist." Schon die Besetzung sei falsch und ab einem bestimmten Moment rase der Film "hysterisch zwischen Oliver Stone, Quentin Tarantino und allerlei postklassischer Gangster-, Western- und Roadmovie-Verwursterei hin und her." Und wenn am Schluss Kevin Costner .... Moment, das Ende verraten ist böse.
Peter E. Müller von der Welt nennt den Film "trotz Starbesetzung (einen) der profansten Kinounfälle der letzten Jahre". Ein "Desaster" mit "dummen Dialogen, brutalen Unsinnigkeiten und billigen Explosionen". Daniel Haas vom Spiegel fand den Film "gleichermaßen missraten und gelungen: Als realistische Fiktion des Thriller-Genres ist er filmische Stümperei auf Videoclip-Niveau, als Revision eines amerikanischen Mythos bietet er ein quälend konsequentes Experiment mit den Mitteln des Kinos." Denn Elvis stehe für einen Gegensatz der amerikanischen Kultur: "das Primat, schön, erfolgreich und sexy zu sein, ebenso wie die Gefahr, hässlich und krank zu scheitern. (...) Am Ende begegnen sich der gute und der schlechte Elvis in einem Zweikampf, der noch einmal die Konflikte durchspielt, die sich schon am historischen Presley zeigten."
Zu derlei tiefschürfenden Überlegungen hat der Film Martin Schwickert vom Tagesspiegel nicht animiert. An dem Film könne man sehen was entstehe wenn Tarantinos Kino "zehn Jahre lang in den Mühlen des Mainstreams zermahlen wird. Der anarchistische Charme der Erzählung bleibt auf der Strecke. Coolness wird zur Attitüde. Grobschlächtige Gewaltszenen verkommen zum hippen Dekor. Übrig bleibt das, was man Tarantino damals zu Unrecht vorgeworfen hat: blanker, dummer Zynismus."
Doris Kuhn ( Süddeutsche Zeitung) mag Kevin Costner, der ein so schlechtes Image habe und so tapfer dagegen anspiele. Der einleitende Raubüberfall sei nicht gerade raffiniert, doch was andere zynisch nennen hat ihr gefallen: "Er erschießt jeden der ihn langweilt, er ist gemein zu Kindern, er pflegt seine schlechte Laune und er lässt sich einen Blowjob geben, während er ein Auto steuert. Er sucht die größtmögliche Verantwortungslosigkeit und er hat den größten Spaß dabei. Das unterläuft auch all die Vergleiche mit Tarantino, mit denen man so schnell bei der Hand ist, sobald absurde Gewalt im Kino auftaucht. Costner überträgt eher die Rebellenpose des jungen Presley ins Erwachsenenalter, voll Vergnügen darüber, was man mit dem richtigen Hüftschwung immer noch über den Haufen werfen kann."

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