Filmkritik:
Die Bourne Identität
USA 2002 R: Doug Liman D: Matt Damon, Franka Potente, Chris Cooper Filmwebsite
Ein junger Mann ohne Erinnerung stellt verwundert fest, dass er ein paar Agententricks beherrscht und sie zudem noch recht gut brauchen kann. Oliver Rahayel vom Filmdienst verteilt Lob ohne großen Überschwang. Die beiden Hauptdarsteller machten ihre Sache gut, die Regie gehe "gelassen" zu Werke und die Kampf- und Actionszenen seien recht abgeklärt inszeniert worden.
Blickpunkt:Film findet, dass Franka Potente "eine blendende Figur" abgebe, und freut sich, dass Matt Damon sich endlich einmal "als durchtrainierter Actionheld mit blitzschnellen Knochenbrecherreflexen (..) profilieren" dürfe. Der Film sei spannend und ein bißchen nostalgisch: "Natürlich verweist auch der verwaschene Look des Films und das europäische Old-World-Gefühl auf die existenziellen Hardboiled- Krimis der siebziger Jahre, die ihr Publikum mit trockener Erzählweise und mit Stunts, die noch wirklich gefährlich aussahen, in ihren Bann zogen."
Daniel Kothenschulte ( Frankfurter Rundschau) freut sich über diesen Film, von dem er weniger erwartet hatte: "Genau das macht diesen einfachen Film so interessant: Matt Damon spielt eine Figur, die im ganzen Verlauf des Films ihren Gedächtnisverlust nicht wirklich überwinden und somit auch keine psychologische Tiefe gewinnen kann. Und mit der man dennoch fühlen kann, so wie man eben eine Empfindung hegt für Frankensteins einsames Monster oder die Androiden im Blade Runner. Dies aber ist nur möglich, weil das Reißbrett ein emotionalisierendes Anhängsel vorgesehen hat, um dass es sich zu sorgen lohnt." Eben Franka Potente als "Projektionsfläche erotischer Sehnsüchte, für die sie besetzt wurde - wunderbar mit anzusehen, wie sie diese ausfüllt."
Peter Zander von der Welt meint, der Film sei nur zu genießen "wenn man selbst auf Amnesie schaltet." So sei "die Romanvorlage des jüngst verstorbenen Robert Ludlum (...) 1988 schon einmal verfilmt worden, als Agent ohne Namen mit Richard Chamberlain und Jaclyn Smith (dem dritten Engel für Charlie)." Wir geraten ein wenig ins Grübeln ob dies ein gutes Argument ist (-denn, wenn es je eine Besetzung gab, die uns um ein Remake betteln läßt, dann diese-) doch festzuhalten bleibt, ihm hat der Film nicht gefallen und es sei auch von anderen Filmen geklaut worden. Franka Potentes Rolle bestehe "undankbarer Weise darin, vor allem mit offenem Mund erstaunt und geschockt zu schauen".
Wie Barbara Schweizerhof ( taz) den Film fand, lässt sich schwer sagen. Ich tippe mal auf 'belanglos, aber teilweise doch ganz nett'. Da macht es uns Susan Vahabzadeh ( Süddeutsche Zeitung) schon einfacher. Es sei "ein sehr traditioneller Actionfilm, kein Feuerwerk der Special Effects" meint sie anerkennend. Damon sei ideal besetzt: "So blässlich er wirkt, wenn er charmant oder charismatisch wirken soll, so grandios ist er natürlich als Projektionsfläche für eine Figur, der jeder Charakter ausgetrieben wurde."Und schließlich hat ihr auch noch die Moral des Films gefallen: "Eine schöne, romantische Geschichte haben sich Ludlum und Liman da ausgedacht – der unauslöschliche Teil der Persönlichkeit, der Unterschied zwischen Gut und Böse, ist der funktionierende Instinkt."
Im Spiegel lobt Daniel Haas diesen "faszinierend präzise gearbeiteten" Thriller, der schnörkellos die "Geschichte einer Selbstfindung" erzähle; Gewalt werde hier "nicht als Schauwert eingesetzt, sondern als schmerzvolle Realität gezeigt; nicht zum sadistischen Selbstzweck degradiert, sondern als Bedingung einer konkreten Wirklichkeit verstanden, die Menschen fordert, überfordert - oder zerbricht."
Im Spiegel finden Sie außerdem ein Porträt von Matt Damon, in der Süddeutschen Zeitung finden ein Staralbum Clive Owen, der hier einen Killer mit "unglaublicher Verletzbarkeit" spielt.
Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch
• Bildformat: 2.35:1
• Dolby, DTS Surround Sound, Special Edition, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 114 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 7. Oktober 2004
• Produktion: 2002
DVD Features:
• ALTERNATIVER ANFANG UND ENDE* (Engl. Mit Untertitel)
• MATT DAMON: Von IDENTITÄT ZU VERSCHWÖRUNG (3:34 Min)Exklusive Interviews mit Matt Damon und Franka Potente erkunden die Entstehung von Die Bourne Identität und schlagen eine Brücke zu der kommenden, spektakulären Fortsetzung: Die Bourne Verschwörung;TRAILER
• NICHT VERÖFFENTLICHTE SZENEN: (6:55 Min) Freigegebene Geheiminformationen; DAS TEMPO DES SOUNDS (ca 6 Min); MOBY MUSIK VIDEO ('Extreme Ways') (3:30 Min)
• IM INNEREN EINER KAMPF-SZENE (4:40 Min) Begleiten Sie Matt Damon und den Stunt-Choreographen des Films am Set bei der Ausarbeitung der brisanten, actiongeladenen Kampf-Sequenz in der amerikanischen Botschaft!; ZUGANG GEWÄHRT: Interview mit Drehbuchautor Tony Gilroy (4:01 Min)
• SPIONAGE: VERDECKTE ERMITTLUNGEN (5:28 Min) CIA-Verbindungsmann Chase Brandon beschreibt detailliert, wie im echten Leben ein Top-Agent ausgebildet wird; DIE BOURNE DIAGNOSE: (3:23 Min) Ein berühmter Psychologe der University of California in Los Angeles untersucht die faszinierenden Ursachen und Wirkungen von Jason Bournes Amnesie und ihre zentrale Rolle in diesem packenden Spionage-Thriller!; -DER BOURNE ERFINDER: (5:42) Ein spannender Blick auf den Bestseller-Autor der international erfolgreichen Bourne Trilogie, Robert Ludlum;
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