Filmkritik:
Ein russischer Sommer
(The Last Station) D 2009 R: Michael Hoffman D: Christopher Plummer, Helen Mirren, James McAvoy, Paul Giamatti, Anne-Marie Duff 112 Min. Filmwebsite
Der Film erzählt die bewegende Geschichte der großen Liebe zwischen Leo Tolstoi und seiner Frau Sofia. Eine Geschichte, die von Leidenschaft, Ehe, Familie, Geiz, Intrigen und Revolution handelt. Und die auf mal humorvolle, mal dramatische Weise zeigt, wie schwierig es ist zu lieben, wie gleichzeitig unmöglich es jedoch ist, ohne die Liebe zu leben. Nach dem Roman „Tolstois letztes Jahr“ von Jay Parini.
"Ein russischer Sommer“ ist das, was man als „großes Schauspielerkino“ bezeichnet", schreibt Michael Ranze vom Filmdienst. Im Zentrum stehe das "Duell zwischen Christopher Plummer und Helen Mirren", und besonders Mirren "reißt von Beginn an jede Szene mit Verve an sich und versinkt förmlich in ihrer Rolle".
Hoffman greife in seinem Drehbuch "detailliert die vielschichtigen Facetten der Vorlage auf und führt sie stringent zusammen".
Fritz Göttler von der Süddeutschen Zeitung schreibt, Ein russischer Sommer sei eine "deutsche Produktion, in den Landschaften von Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Thüringen gedreht, nach dem Roman eines amerikanischen Literaturwissenschaftlers, Jay Parini, inszeniert vom amerikanischen Regisseur Michael Hoffman - aber ihren besonderen Drive bekommen die Szenen dieser Ehe durch die Akteure, die ihr Metier im Umkreis der englischsprachigen Bühne lernten, jenen getragenen, pathosnahen Stil, den man hamming nennt - was mit der deutschen Schmiere viel zu ungenau, viel zu abwertend wiedergegeben wird". Mit diesem Film "ist shakespearesche Lebendigkeit ins Genre des Biopic, des biografischen Kinos zurückgekehrt".
Katja Lüthger von der Frankfurter Rundschau schildert, wie die Hautdarstelerin dieser "schönen Tragikomödie" ihre Rolle interpretiert: "Die gedemütigte Ehefrau bedient vielmehr alle Facetten rasender Leidenschaft. So zärtlich Sofia ihrem schlafenden Mann einerseits über die Wange streicht, so furiengleich attackiert sie ihn im nächsten Moment, um dann in völliger Auflösung mit wehendem Haar erstmal ins Wasser zu gehen".
Laut Elmar Krekeler von der Welt funktioniert Hofmans "grandios gespielter, grandios fotografierter" Film als "Geschichte eines Zweikampfs" und komme der Wahrheit ziemlich nahe, denn Helen Mirren "kehrt - wahrscheinlich gegen den ursprünglichen Plan des Drehbuch, das sich vornehmlich um männliche Ranküne kümmert - heraus, was inzwischen Stand der Forschung ist".
Die FAZ und die Süddeutsche Zeitung haben mit Helen Mirren gesprochen.
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























