Filmkritik:
Jackass: Nummer zwei
(Jackass: Number Two) USA 2006 R: Jeff Tremaine D: Johnny Knoxville, Bam Margera, Ryan Dunn, Steve-O, Jason “Wee Man” Acuña, Chris Pontius, Preston Lacy 91 Min. Filmwebsite
Zweiter Film nach der MTV-Serie. Wie in Jackass: The Movie fügen sich junge Männer um den MTV-Star Jimmy Knoxville in lose aneinandergereihten Szenen viel Schmerzhaftes zu und tun sich Ekliges an.
Wieder "trommelt das Episodenfeuerwerk im Minutentakt", konstatiert Jörg Gerle vom Filmdienst, der irgendwann aufhörte, "die 'Gags' in misslungen und ekelhaft einzustufen" und den "zweifelhaften Spaß unter Ermüdungserscheinungen lethargisch" über sich ergehen ließ. Dramaturgisch habe diese Nummernrevue "rein gar nichts zu bieten", sodass selbst die finale Show-Einlage den "exzessiv brutalen Nonsens" nicht rechtfertige.
"Was ist so komisch an grotesken Körpern?", fragt sich Dominik Kamalzadeh von der taz in seinem ausführlichen, etwas akademisch gehaltenen, aber sehr interessanten Artikel. Die spezifische Art von Körperhumor lasse sich bei diesem Jackass: Nummer zwei "besonders gut verhandeln, weil er hier in reiner Form auftritt". In ihrer "Besinnung auf den attraktiven Kern" weisen die aneinander gereihen Sketche "durchaus Analogien zum frühen Kino auf, das noch viel stärker der Kultur des Karnevals und des Vergnügungsparks verpflichtet war und körperliche Schocks verabreichen wollte".
Auch Sven von Reden von der Welt meint, der Film rufe Erinnerungen hervor an die frühe Geschichte des Films. Außerdem erkennt er Bezüge zur Kunst- und Filmgeschichte, zum Beipiel zum "aufgeschlitzten Auge in Ein andalusischer Hund von Louis Buñuel", zur "Augenfolter in Stanley Kubricks Uhrwerk Orange" und zu den "gefilmten Happenings der Wiener Aktionisten Günter Brus, Otto Mühl und Hermann Nitsch". Jackass: Nummer zwei lasse aber "zum Glück jeden Ansatz von Ernsthaftigkeit vermissen", reinige jedoch in seinen besten Momenten "die Seele durch Furcht, Mitleid und absolute Fassungslosigkeit".
Im Tagesspiegel finden Sie einen ddp-Bericht zum Film.
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