Filmkritik:
She, a Chinese
GB/F/D 2009 R: Guo Xiaolu D: Huang Lu, Wie Yi Bo, Geoffrey Hutchings, Chris Ryman 98 Min. Filmwebsite
Mei lebt ein monotones Leben in einem kleinen, ländlichen Dorf in China. Sie entschließt sich, in die nächstgrößere Stadt zu gehen. Dort verliebt sie sich in Spikey, der gelegentlich für die lokale Mafia arbeitet und von einem Leben in London träumt. Als Spikey bei einem Auftrag tödlich verletzt wird, fährt Mei mit seinem gesparten Geld nach London und hält sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser, bis sie den 70-jährigen Engländer Mr. Hunt kennenlernt und ihn heiratet. Doch das Glück währt nicht lange. Mei fühlt sich fremd und vernachlässigt. Sie beginnt eine Affäre mit dem indischen Einwanderer Rachid und verlässt ihren Ehemann. Es scheint, als hätte Mei nun doch ihre wahre Liebe gefunden...
"Die sprunghafte, elliptische Montage spart ganze Handlungspartikel aus und treibt das Erzähltempo voran", schreibt Michael Ranze vom Filmdienst; "unvermeidliche Folge dessen" sei, dass die "genauen, wie zufällig hingestreuten Beobachtungen, mit denen der Film begann, in London dick aufgetragenen Stereotypen und Klischees vom Aufeinanderprallen unterschiedlicher Kulturen weichen". Die "Disparatheit der vielen Elemente" nehme dieser "Geschichte einer Selbstfindung viel von ihrer Glaubwürdigkeit" - "zu sehr verweist die Inszenierung auf sich selbst, zu selbstgefällig gibt sie sich".
"She, A Chinese ist eine klassische Entwicklungsgeschichte, in der entscheidende Momente mutwillig gestrichen sind", stellt Michael Kohler von der Frankfurter Rundschau fest. In ihm fehle "so viel, dass die Löcher wichtiger als der Käse werden. Das ist ungemein irritierend und unwiderstehlich zugleich".
Auch Daniel Sander von Spiegel Online befasst sich mit den Lücken: "She, a Chinese hält sich nicht mit Erklärungen auf und fordert das Publikum ständig heraus, sich selbst zusammenzureimen, wo und warum Mei gerade irgendetwas macht und was sie sich dabei wohl denkt". Mei, die Hauptfigur, sei "mehr Projektionsfläche als individueller Charakter, der Film soll eher erhellen als berühren". "Fesselndes Kino" sei das geworden wegen eines "guten Gespürs für Tempo und Timing", eines "schmissigen Soundtracks" von John Parish eines "bösen Sinns für Humor".
2009 gewann der Film den "Goldenen Leoparden" beim Filmfestival von Locarno. Es berichteten die NZZ, die FAZ und die Frankfurter Rundschau.
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























