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Aktualisiert am 01.08.2005
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Filmkritik:

Blueprint

Blueprint

D 2003 R: Rolf Schübel D: Franka Potente, Ulrich Thomsen, Hilmir Snaer Gudnason, Katja Studt, Justus von Dohnányi, Wanja Mues, Ole Puppe Filmwebsite
In der nahen Zukunft lässt sich eine erkrankte Starpianistin klonen, um ihr Talent für die Nachwelt zu bewahren. Die Geklonte, ihre Tochter, erfährt schon im Kindesalter von ihrer Herkunft und droht als Erwachsene daran zu zerbrechen.
Blickpunkt:Film meint, Franka Potente in der Doppelrolle der Mutter und der Tochter meistere die Aufgabe, beiden Figuren ein eigenes Gesicht zu verleihen. Aus dem schwierigen Stoff habe Rolf Schüberl (Gloomy Sunday) ein "stilles Drama über menschliche Schicksale" gestaltet, das in "stimmungsvollen Szenen" einen "nachdenklicher Blick" auf ein Thema werfe, das man "eher in einem Suspense-Thriller erwarten würde, und bei dessen Umsetzung auf eine kritische Hinterfragung der geschilderten Situation weitgehend verzichtet wird".
Cornelia Fleer vom Filmdienst kritisiert, dass das "eigentliche Thema, die Gen-Technologie", zugunsten der Mutter-Tochter-Beziehung "derart in den Hindergrund" gerate, "dass es dem Zuschauer fast aus dem Sinn gerät". Das eigentliche Wunder in Blueprint sei Franka Potente, die "gleichermaßen überzeugend die exzentrische Iris wie deren aufmüpfige Tochter Siri, den geklonten Menschen" verkörpere.
Christiane Peitz ( Tagesspiegel) meint, die Geschichte sei "keine schlechte Idee für einen Psychothriller", aber der Regisseur scheue die "Konkretion" und habe die Dramaturgie nicht im Griff. Auch sonst hat die Kritikerin einiges zu bemängeln: "Zu steif die Dialoge, zu konventionell die Bildfolgen, zu gefällig der Soundtrack", und Franka Potente spiele diesmal "ohne Nuancen, ohne Geheimnis oder darstellerische Bravour".
Hanns-Georg Rodek von der Welt hat zwar "bewundernswert schöne Momente" in diesem Film entdeckt, glaubt aber, dass Schübel an seinem Stoff gescheitert sei: " Blueprint wirkt wie ein Lagebericht vom sich im Aufbruch befindlichen Neuen Deutschen Kino: Seine Regisseure haben sehr wohl die Nase für ungewöhnliche Geschichten, aber noch nicht den Mut, sie in der ihnen angemessenen radikalen Form durchzuziehen".
Sehr streng urteilt Oliver Hüttmann im Spiegel: er hat in diesem "banalen Melodram ohne Tiefe" zu viele "Leerstellen" entdeckt, die der Film "selbst im schludrigen Schnitt nicht aufzufangen vermag". Auch auf "oberflächlichen, rührseligen Kitsch" werde nicht verzichtet, und dies mache Blueprint zu einer "überambitionierten Rosamunde-Pilcher-Kopie", in der die "Tragik larmoyant und die Gestik hölzern" erscheine. Schübel sei "kein Dramatiker, sondern ein beflissener Nachbuchstabierer von melodramatischer Einfalt."
Hans Schifferle von der Süddeutschen Zeitung habe einiges gewagt und sich - nach Gloomy Sunday - zum zweitenmal am "artifiziellen, kinohaften Rührstück" versucht. Er bringe die "vielsagenden, bombastischen Kostüme, er zeigt die großen Gesten", er "schwelgt in elegischen Hochglanzbildern, am Rande zum großartigen Kitsch". Aber er sei daran gescheitert, weil er die "erlesenen Bilder nicht mit Leben, nicht mit Emotionen" fülle. Der Regisseur sei wohl "zu geschmackvoll und problembewusst geblieben", und er habe das "Drama und den Horror des Klonens" nicht richtig in den Griff bekommen.

Der Spiegel hat Franka Potente interviewt.

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Infos zu diesem Titel
• Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Englisch
• Bildformat: 16:9, 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 108 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 8. Juli 2004
• Produktion: 2003

DVD Features:
• Audiokommentar von Rolf Schübel (Regie) und Holly Fink (Kamera)
• Nicht verwendete Szenen (mit Audiokommentar)
• Interviews
• Filmographien

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