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Aktualisiert am 01.08.2005
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Filmkritik:

Was nützt die Liebe in Gedanken

Was nützt die Liebe in Gedanken

D 2003 R: Achim von Borries D: Daniel Brühl, August Diehl, Anna Maria Mühe, Thure Lindhardt, Jana Pallaske, Verena Bukal, Julia Dietze, Christoph Luser, Marius Frey, Fabian Oscar Wien, Tino Mewes Filmwebsite
Der Film erzählt die wahre Geschichte der "Steglitzer Schülertragödie" aus dem Jahr 1927, bei der zwei von vier Jugendliche, auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, bei einem Wochenendausflug einen Selbstmordpakt schließen. Dies sei ein Film, der "stets glaubwürdig, nie prätentiös daherkommt, sondern von leichter Hand inszeniert" sei, meint Blickpunkt:Film beeindruckt: "Von Borries verharrt nicht an der Oberfläche seiner Aufnahmen, er taucht in die unergründlichen Tiefen der Seelen seiner Protagonisten, die vor allem mit August Diehl und Daniel Brühl fantastisch besetzt sind. Deren zerrissene Gefühlswelten und ihre Gegensätzlichkeit sind spannend und dramatisch und immer verständlich, lassen bisweilen einen Hauch von James Dean und Denn sie wissen nicht, was sie tun spüren und zeigen die stürmische und eindringliche die Zeit der Adoleszenz einmal anders".
Auch Horst Peter Koll vom Filmdienst ist begeistert. Die "hochdramatische und höchst sinnliche Geschichte" enthalte solch "ästhetisch ausgesuchte Momente eines filmischen Erzählens, wie man es lange nicht mehr so eindrucksvoll im deutschen Kino erlebt hat. Während die Kamera genussreich mit Licht wie Dunkelheit jongliert und eine eigene modische Ästhetik kreiert, ist es vor allem der Umgang mit dem Ton und der Musik, der fesselt". Dem Regisseur gelinge "eindrucksvoll der Spagat zwischen realistischem Stimmungsbild und philosophischer Weltbeschreibung" und in vielen Momenten "eine atemberaubend suggestive, höchst inspirierende Reflexion über den Sinn des Lebens, die Liebe und die ewig neue, zeitlose Reise des Menschen zu sich selbst. Der Selbstmord ist dafür lediglich spektakulärer Movens, zugleich ein artifizieller, literarisch codierter Topos, der exakt einem schwärmerisch-morbiden Mosaikstück im Zeitbild der 1920er- und frühen 1930er-Jahre entspricht. Großes Kino! Wer weiß, wohin der deutsche Film noch treibt?"
Hanns-Georg Rodek ( Welt) lobt auch in höchsten Tönen: "Es gibt nicht viele deutsche Filme, die einen Vergleich mit dem Bergman der frühen Fünfziger aushalten, aber die Liebe in Gedanken hat viel von der Zeit mit Monika, ist sozusagen die spätromantische Variante des neorealistischen Vorbilds. Die meisten Filme heutzutage werden gnadenlos von der Mechanik des Plots vorangetrieben, und alles andere bleibt ihr dienend untergeordnet. In Was nützt die Liebe in Gedanken scheint es außer den vier Hauptfiguren noch einen fünften Protagonisten zu geben: die Atmosphäre, mit dem Rauschen des Windes, dem Absinthgeruch in der Nacht und dem weißen Morgennebel. So sinnlich hat seit langem kein deutscher Film von seiner Geschichte und den großen Möglichkeiten des Kinos erzählt."
Hans Schifferle von der Süddeutschen Zeitung hat ein "kleines Meisterwerk" gesehen, einen Film von "morbider, verwegener Eleganz", der das Zeitkolorit durch Atmosphäre und Stimmungen glänzend einfange und "schmerzlich-schön" fotografiert sei. Achim von Borries gebe mit seinem "Filmpoem dem deutschen Kino etwas zurück, was es lange vermisst hat: konsequenten Stilwillen und Glamour".
Völlig unbeeindruckt gibt sich hingegen Manfred Hermes von der taz; hier würden die "Essenzen des Kinos verschwenderisch eingesetzt", aber der Film rieche "nach Strategie, Weltmarktformel und der Sehnsucht nach einem Auslands-Oscar". Man blicke in das "breite Gesicht einer Selbstgenügsamkeit", die "keinen Abwechslungsreichtum braucht: keine Spannung und im Grunde auch keine Unterhaltsamkeit - nur Posen, stumme Blicke und einen Klavierspieler".
Birgit Glombitza von der Zeit scheint wiederum ganz angetan, wenn sie schreibt, "Von Borries eskortiert seine Helden mit aufrichtigem Pathos. Er durchschwitzt mit ihnen Rausch und Demütigungen - ohne den doppelten Boden der Abgeklärtheit, ohne jene Ironie, die die anhaltende Lust am Pubertären im aktuellen deutschen Film so leicht mit sich selbst versöhnt."
Nach Ansicht von Claudia Schwartz von der Neuen Zürcher Zeitung überragt der Film "in klassischer Anmutung all die filmischen Jugendporträts, die in letzter Zeit zu sehen waren. Es gehört zu den Stärken dieses Werks, dass der Zeitsprung vom damaligen Berlin ins Littleton oder Erfurt der Gegenwart - sich einstellt wie ein flüchtiger, aber unausweichlicher Gedanke".

Die Welt am Sonntag hat sich mit Daniel Brühl unterhalten.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0)
• Bildformat: 1.85:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 85 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 20. August 2004
• Produktion: 2003

DVD Features:
• Audiokommentar : von Regie und Cast
• Fotogalerie
• Making Of
• Nicht verwendete Szenen
• Und viele weitere mehr: Casting, Werk-Filmtests, Hidden Feature

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