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Aktualisiert am 01.08.2005
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Filmkritik:

Das weiße Rauschen

Das weiße Rauschen

D 2001 R: Hans Weingartner, Tobias Amann D: Daniel Brühl, Anabelle Lachatte, Patrick Joswig Filmwebsite
Der Abschlussfilm des Kölner Filmstudenten Weingärtner schildert im "improvisatorischen Erzählstil der DV-Kamera" die Gechichte eines jungen Mannes, der an psychotischen Schüben leidet und in der Psychiatrie landet. Zwar gerate der Film nicht zum "papierenen Krankheitsprotokoll", sei aber "allzu skizzenhaft gedreht" und lasse eine "visuelle Sinnlichkeit" weitgehend vermissen, meint Blickpunkt:Film. Positiv falle aber die "lebendige Präsenz der Darsteller" und der "unprätentiös direkte Erzählstil" auf.
Carsten Tritt vom Schnitt hat das Erstlingswerk nicht gefallen: es gebe zwar einen Hauptdarsteller (Daniel Brühl), der "das Emotionskarussell wiederzugeben vermag" und die "Extreme seines Charakters genauso glaubhaft vermittelt wie Unsicherheit, Selbstbeherrschungsversuche und medikamentöse Dauermüdigkeit", aber an "durchdachter Figurenkonstellation" mangele es doch sehr; was den Film sogar vom "gemütlichen Mittelmaß" trennt, sei die schwache Inszenierung, der "unbeholfene Geräuschmüll auf der Tonspur" und der "Versuch, die knappen Finanzmittel als Ansporn zu sehen, welcher sich in einer wackeligen DV-Kamera manifestiert".
Sascha Rettig von Jump-Cut rückt dieses "beeindruckende Regiedebüt" in die "in die Nähe der dänischen Dogma-Filme": er habe dokumentarischen Charakter und sei zugleich "sehr intensiv"; außerdem lobt er den Umgang mit der Tonspur, der "radikal und brachial" sei. Die letzte halbe Stunde aber - der Leidende wird von Freunden mit ans Meer genommen - sei "über weite Strecken öde Hippie-Romantik mit Lagerfeuer".
Jan Schulz Ojala vom Tagesspiegel lobt, der Film "bebildert und intoniert sein großes und zugleich enges Thema perfekt" und lasse das "billige Abbiegen ins Plakative (...) souverän beiseite". An gleicher Stelle porträtiert Kerstin Decker den Regisseur Weingartner. Dies tut auch Thomas Winkler in der taz.
Jochen Förster von der Welt attestiert dem Film, er sei "gut gemeint", verzichte angenehmer Weise auf lange Erklärungen, und Daniel Brühl spiele "exzellent". Weingartner habe "tatsächlich nichts falsch gemacht", aber genau da liege das Problem: "Seinem Film fehlt jede Überraschung. Er entbehrt dramaturgischer Finesse, ist brav, selbst wenn es an die Extreme geht", und so verlasse man das Kino "mit dem Gefühl, um etwas zutiefst Verstörendes betrogen worden zu sein".
Daniel Kothenschulte ( Frankfurter Rundschau)ist begeistert vom Titel, vom Hauptdarsteller und von der Tonspur, das Drehbuch jedoch verstricke sich leider in die "Konventionalität jener einfachen Road-Movie-Bewegung, die unweigerlich zu einem Finale am Meer führt". Ähnlich Carolin Ströbele vom Spiegel: "Optisch und akustisch" habe Weingartner den "Ausbruch der Schizophrenie tatsächlich eindrucksvoll in Szene gesetzt", sein dramaturgisches Konzept sei ihm aber irgendwann verloren gegangen, und zum Ende hin "überschreitet der Film schon fast die Grenze zum Kitsch".
Martina Knobens Kritik in der Süddeutsche Zeitung schließt sich da nahtlos an, auch sie bemängelt den Bruch gegen Ende des Films, der "kaum zu rechtfertigen ist" und die Begeisterung über den Regisseur etwas übertrieben erscheinen lasse.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1, Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 5.1, )
• Untertitel: Englisch
• Bildformat: 16:9, 16:9
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 100 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 12. Dezember 2002
• Produktion: 2001

DVD Features:
• Making Of: Die Crew, Dreh-Impressionen, geschnittene Szenen, Interviews mit Regisseur und Hauptdarstellern, Teaser & Trailer, Videoclip "I Found You"
• Fotogalerie, Biographien zu Hauptdarstellern und Regisseur, Hilfe für Betroffene und Angehörige

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