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Aktualisiert am 23.06.2006
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Filmkritik:

Das Netz

Das Netz

D 2003 R: Lutz Dammbeck Filmwebsite
Dokumentarische Untersuchung zu Fragen der Kybernetik, Kunst, Technologie und Sozialforschung, ihrer Vernetzung und dem System, das daraus hervorgegangen ist. Im Mittelpunkt steht der Fall des ehemaligen Mathematikprofessors Theodore John Kaczynski, der 1996 als mutmaßlicher „Unabomber“ verhaftet wurde.
Die "historisch verbürgte, zunächst kurios erscheinende Verbindung von Sozialforschung, Kybernetik, CIA und LSD" wird vor uns als "mediales Kaleidoskop" ausgebreitet, schreibt Claus Löser vom Filmdienst. Regisseur Lutz Dammbeck gehe es "nicht um investigative Aufklärung der von ihm aufgeworfenen Fragen. Er arbeitet sich phänomenologisch vor, listet Fakten auf, insistiert auf Widersprüchen". Seine Recherche folge "keinem Plan, sondern primär der ihr immanenten Dynamik". Der "höchst komplexe" Film baue ein "Geflecht von Beziehungen auf, die auf den ersten Blick nicht zu vermuten waren".
Stefan Jacobs (Tagesspiegel) wirft einen Blick auf die Schwierigkeit, die eine Bebilderung der von Dammbeck gewählten Geschichte mit sich bringt. Deshalb verlese der Dokumentarfilmer Briefe aus dem Off, „während triste Halbwüsten am Autofenster vorüberziehen oder alte Filmschnipsel über das Display seines Laptops flimmern“. Das Netz sei ein „unfertiges Puzzle“, das aber „gleichwohl nicht im Chaos“ ende.
Matthias Heine (Die Welt) meint, ein Film, „der mit Musik von den Grateful Dead“ anfange, „kann nicht richtig schlecht sein“. Die Interviews mit dem „steinalten“ Kybernetiker Heinz von Förster, seien „hochinteressant“, die „zahllosen historischen Berührungspunkte erhellend". Doch es nerve „der raunende Ton, mit dem Dammbeck, im Stile paranoider Internet-Blog-Blödmänner“, auch dort Verschwörungen andeute, „wo er nichts beweisen“ könne.
Katrin Hildebrand von der Frankfurter Rundschau schreibt, das von Dammbeck präsentierte Material sei ein "gefundenes Fressen für Verschwörungsfreaks, Ökonarren und Esoteriker, die jedem Radiergummi Mystisches entlocken". Der Regisseur knüpfte aus seinem Material einen "Flickerlteppich aus nichtssagenden Bildern und Interviewfetzen", die vom "Unbehagen des Bürgers zehren, der die Kontrolle über den ökonomischen Apparat verloren hat". Dass Technologie "in Verbindung zu den Produktionsverhältnissen" interpretiert werden könne, bleibe außen vor.

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0) Englisch (Dolby Digital 2.0)
• Bildformat: 4:3
• Dolby, PAL
• Laufzeit: 115 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 21. April 2006
• Produktion: 30. November 2002

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