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Aktualisiert am 12.05.2005

Filmkritik:

Birkenau und Rosenfeld

Birkenau und Rosenfeld

(La petite prairie aux bouleaux) F/D/P 2002 R: Marceline Loridan-Ivens D: Anouk Aimée, August Diehl, Zbigniew Zamachowski Filmwebsite
Myriam, ehemals KZ-Insassin in Birkenau, begibt sich zum ersten Mal wieder auf die Reise in das Lager und begegnet dort einem Fotografen, der sich als Enkel eines KZ-Aufsehers entpuppt, sowie einer Reihe von anderen Leuten, die verschiedene Strategien des Erinnerns und Trauerns darstellen.
Ulrich Kriest ( Filmdienst) sieht das Unternehmen der Fiktionalisierung sehr problematisch. So zerfalle der Film "in Teile einer quälend intensiven Erinnerungsarbeit voller 'stimmiger' Impressionen und banalstem, künstlerisch missratenem Kitsch, der sich selbst nicht zu schade ist, die Architektur vor Ort für 'schöne' Einstellungen zu missbrauchen. Hier gilt, um mit Gertrud Koch zu sprechen: 'Die Einstellung ist die Einstellung.' So eindringlich der Film auch skizziert, 'was von Auschwitz bleibt' (G. Agamben), so deutlich macht sein Scheitern auch, wie wichtig es ist, sich über die Grenzen der Ästhetisierung von Zeugenschaft zu verständigen. In seinen überzeugendsten, aber auch in seinen fürchterlichsten Momenten ist der Film ein klares, unmissverständliches Plädoyer für eine Nicht-Fiktionalisierung von Spurensuchen im Vernichtungslager."
Hans-Jörg Rother vom Tagesspiegel bedauert, dass "die Regisseurin nicht als Dokumentaristin nach Auschwitz fuhr, sondern die vier Jahre jüngere Anouk Aimeé an ihrer Stelle auftreten ließ. Wie wenig sie ihre Profession verleugnen kann, zeigt die lockere Folge aussagekräftiger Situationen, zwischen denen kein epischer Fluss entsteht." So falle "die makabre Komik" umso mehr auf.
Sven von Reden von der taz hat einen "sehr persönlichen Film" gesehen, "der Menschen, die keine schwer traumatisierenden Erlebnisse hinter sich haben, wenig Einstiegshilfen bietet - und diese auch gar nicht bieten will".
Für Matthias Heine ( Welt) hat dieser Spielfilm mehr von einem Dokumentarwerk und er schlägt den Begriff "Erinnerungsessay" vor, der lange von einer "Bekenntnishaftigkeit belastet" werde, die sich erst in der Begegnung mit dem jungen Fotografen auflöse. Aber "zum Glück" sei Anouk Aimée "stark genug, die doppelte Last zu tragen, die sie auf sich nimmt, indem sie die Erinnerungen ihrer Regisseurin darstellt. Denn es gibt hier keine Perspektive, die über die Sicht der Protagonistin hinausweist."
Michael Jeismann von der FAZ ist tief beeindruck: Birkenau und Rosenfeld sei "ein Glücksfall", es gebe "kaum eine präzisere und zugleich ergreifendere Darstellung davon, wie die fragile Erinnerung der einen zur robusten Geschichte der anderen wird". Wie Anouk Aimeé "hier auf unaufdringliche Weise den Zuschauer erfaßt und mit sich nimmt" fand Jeismann "einzigartig".

In der Welt beschreibt der Schauspieler August Diehl seine Erfahrungen während der Dreharbeiten.

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