Filmkritik:
Wer früher stirbt, ist länger tot
D 2006 R: Marcus H. Rosenmüller D: Markus Krojer, Fritz Karl, Jule Ronstedt, Jürgen Tonkel, Saskia Vester, Franz Xaver Brückner, Johann Schuler, Sepp Schauer Filmwebsite
Der 11-jährige Sebastian lebt in einem bayrischen Dorf. Eines Tages erfährt er zufällig, dass seine Mutter bei seiner Geburt gestorben ist. Fortan fühlt er sich schuldig an ihrem Tod. Schließlich meint Sebastian, von seiner Mutter ein Zeichen erhalten zu haben: er muss für seinen Vater eine neue Frau finden.
Michael Kohler vom Filmdienst spricht von einem "erstaunlichen Debütfilm", der "Volkstheater und Lausbubengeschichte in einem" sei und sich "die Freiheit nimmt, vom Tod als selbstverständlichem Teil des Lebens zu erzählen". Der "waschechte Mundartfilm" belebt die bayrische Idylle mit dem "Bilderkosmos eines naiven katholischen Glaubens" und zieht daraus immer wieder "schöne Effekte zwischen Bauerntheater und kindlichen Höllenfantasien", schwärmt der Kritiker.
" Wer früher stirbt, ist länger tot kommt als Sommerkomödie in die Kinos, ist aber alles andere als ein Leichtgewicht", meint Hermann Weiß von der WamS. Auch er sieht "beste Volkstheater-Tradition" wirken, zu der sich eine "skurrile Ethno-Grundierung" und die "Situationskomik amerikanischer Komödien der 40er-Jahre" gesellten.
Katja Lüthge von der Frankfurter Rundschau schwärmt der Film habe "eine Magie, die unfreundliches, nasskühles Wetter in heiteren Sonnenschein wandeln kann." Der "folkloristische Katholizismus bedient die Schaulust aufs Schönste, ohne wirklich bedrohlich zu sein, die Farben der Kulissen sind satt, die Kostüme heiter, das Drehbuch ideenreich, die Figurenzeichnung ist ausgesprochen liebevoll, und die Schauspieler sind allesamt gut aufgelegt."
Auch Peter Zander von der Welt hat der Film recht gut gefallen. Marcus H. Rosenmüller beweise "nicht nur ein ordentliches Gespür als Regisseur und Koautor, sondern vor allem Mut in seiner kruden Mischung aus krachledernem Komödiantenstadl und surrealistischen Einsprengseln. Unsterblich wird er mit seinem bayrischen Michel aus Lönneberga zwar nicht gleich werden, aber ein seliger Anfang ist gemacht."
Beim Filmfest München gewann der Wer früher stirbt, ist länger totden Hauptpreis. Der Tagesspiegel fand das verdient, weil der "rasante, bunte" Film nicht nur mit seinem "bestechend logisch" argumentierendem Titel überzeuge, sondern auch durch seinen Witz. Eine Agenturmeldung der Süddeutschen Zeitung befasste sich ebenfalls mit dem Film und seinem Regisseur.
Was läuft wo?
Welcher Film, welche Stadt, welches Kino, welche Uhrzeit - finden Sie's raus mit dem
Cinema-Kinotimer



























