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Aktualisiert am 22.07.2010

Filmkritik:

Knight and Day

Knight and Day

USA 2010 R: James Mangold D: Tom Cruise, Cameron Diaz, Peter Sarsgaard, Viola Davis, Paul Dano, Jordi Mollà, Maggie Grace, Marc Blucas, Olivier Martinez, Falk Hentschel, Liam Ferguson, Jerrell Lee - FSK: ab 12 - Länge: 109 Min. Filmwebsite

Als June Havens am Flughafen dem charmanten Roy Miller in die Arme stolpert, ahnt sie noch nicht, was für eine folgenreiche Begegnung ihr bevorsteht. Kaum an Bord kann sie gerade einmal "Hallo" sagen, bevor Miller im Handumdrehen die ersten, auf ihn angesetzten Killer umlegt, nonchalant die Boeing notlandet, June kurzerhand entführt und ab sofort nicht mehr von ihrer Seite weicht. Aber ist er wirklich der, der er behauptet zu sein? Oder treibt er ein doppeltes Spiel? Und ist June wirklich nur eine gewöhnliche Automechanikerin aus einer Kleinstadt?

Kathrin Häger vom Filmdienst bemängelt, dass sich diese romantische Agentenkomödie "zu sehr in den üblichen Genre-Mustern" bewege und Tom Cruises Selbstinszenierung "zu bemüht" wirke. Lobenswet sei aber, mit "welch kräftigem ironischen Augenzwinkern" der Regisseur "nicht nur seine zwei Hauptdarsteller nach deren Klischee besetzt, sondern auch die überzogenen Actionszenen inszeniert".

Daniel Kothenschulte attestiert dem Fim in der Frankfurter Rundschau Charme, aber es sei "die Sorte Charme, die man auch bei Menschen, die nichts im Kopf haben, nur eine begrenzte Zeit genießt". Knight and Day sehe aus "wie ein kleiner Film, den man so lange aufgeblasen hat, bis er seinen Reiz verloren hat". Dass Diaz und Cruise hier "wie Zweitbesetzungen wirken, verübeln wir ihnen nicht" - ihm "steht das Abgehalfterte so gut wie ihr das nicht ganz Aufgetakelte".

Peter Körte von der FAZ schreibt: "Die Chemie zwischen den beiden Stars hat nicht mal Grundkursniveau, und dieser Geheimagent, den Cruise spielt, wirkt so undurchsichtig, dass er sich selbst wohl nicht recht versteht. Darin liegt durchaus ein komisches Potential, aber Cruise' Mangel an Humor und Timing treten um so deutlicher hervor, als Cameron Diaz eben hinreißend komisch sein kann". Außerdem schreibt Körte über das Bemühen der US-Filmindustrie, auch in Europa den "Sommer-Blockbuster" zu implementieren.

"Tragikomischer als in Knight and Day hat sich die Ökonomie des Blockbusterkinos noch in keinem Film offenbart", ätzt.Christian Buß bei Spiegel Online. Tom Cruise und Diaz, die beide "Gagen von weit über 20 Millionen Dollar" verdienen, "grinsen, grienen und wiehern" als wollten sie "jeden einzelnen Dollar wieder hereingrimassieren". So "lausige digitale Nachbearbeitungen" wie hier in habe man "schon lange nicht mehr in einer Hollywood-Großproduktion gesehen", und unter Gesichtspunkten des Actionkinos sei dieses Werk ein "Super-GAU".

Christian Schröder vom Tagesspiegel lästert über den Hauztzdarsteller: "Doch ein charismatischer Ritter der Lüfte ist der einstige Superstar längst nicht mehr. Wenn er noch im größten Getümmel mit seinem wie im Gesicht festgetackerten Lächeln Banalitäten wie 'Ganz schön viel Gegenverkehr heute' von sich gibt, dann erinnert er eher an den freundlichen Herrn Kaiser von der HamburgMannheimer, den es versehentlich aus dem Werbeblock in den Hauptfilm verschlagen hat".

Susan Vahabzadeh von der Süddeutschen Zeitung meint, es liege "vor allem am zeitgemäßen Blockbuster- Syndrom", dass Knight and Day "doch ein wenig langweilig wird": "Wird ein Film als großes Ereignis angelegt, dann muss alle fünf Minuten ein großer Knalleffekt kommen, auch wenn sich die Geschichte damit selbst kaputtschießt". Man könne auch darüber sinnieren, "warum eigentlich in diesem Film die Orte alle den Charme einer Fototapete ausstrahlen.

taz, Welt (folgt).

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