Filmkritik:
Can go through skin
(Kan door huid heen) Niederlande 2009 R: Esther Rots D: Rifka Lodeizen, Wim Opbrouck, Chris Borowski, Elisabeth van Nimwegen 97 Min. Filmwebsite
Kurz nach der Trennung von ihrem Freund wird Mareike Opfer eines brutalen Überfalls. Sie schottet sich von der Außenwelt ab, zieht im klirrend kalten Winter in ein renovierungsbedürftiges Haus nach Zeeland und versucht trotzig, kein Opfer zu sein. Sie lässt sich auf eine Beziehung zu ihrem bodenständigen Nachbarn John ein und wird schwanger. Doch ohne es zu merken, verliert Marieke allmählich die Kontrolle über ihr Leben.
Can go through skin wurde 2009 in der Sektion "Forum" der Berlinale gezeigt.
Esther Buss vom Filmdienst hält diesen "ungemütlichen" Film für "symbolisch etwas überfrachtet"; in manchen Momenten "überspannt das psychologische Drama sein ambitioniertes Bemühen, das Innenleben der Hauptfigur sichtbar zu machen; vieles wirkt allzu erklärend (das ausgefeilte Sounddesign etwa), zeichenhaft, symbolisch". Natürlich sei es eine dramaturgische Herausforderung, "den Zuschauer die meiste Zeit über mit einer einzigen Figur zu konfrontieren, die als Gegenüber nur sich selbst und ihre inneren Dämonen hat". Rots’ Film sei aber dennoch ein "intensives Porträt einer Frau, die sich mit aller Kraft gegen die innere Ohnmacht wehrt und ihre Opferrolle in eine autonome, machtvolle Position umzuwandeln versucht".
"Can Go Through Skin erzählt eine Geschichte, die man im Kino eigentlich nicht gerne erzählt bekommt, weil sie zu heikel, zu voyeuristisch und zerstörerisch ist", meint Birgit Glombitza von der taz. Aber Esther Rots finde einen "so beeindruckenden, klugen und kunstvollen Weg, Mariekes Erleben zu bebildern, wie man das lange nicht mehr im Kino gesehen hat". Der Film "fährt mit dem Skalpell durch die Oberflächen des Denkens, Fühlens und Fantasierens. Ein ästhetischer Akt, aber auch ein zutiefst solidarischer".
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