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Aktualisiert am 08.08.2005
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Filmkritik:

Das Urteil - Jeder ist käuflich

Das Urteil - Jeder ist käuflich

( Runaway Jury) USA 2003 R: Gary Fleder D: John Cusack, Gene Hackman, Dustin Hoffman, Rachel Weisz, Bruce Davison, Bruce McGill, Jeremy Piven Filmwebsite
In dieser Verfilmung eines Romans von John Grisham versucht ein Geschworener (Cusack) mit Hilfe seiner Freundin (Weisz) einen bereits manipulierten Prozess gegen die Waffenlobby seinerseits zu manipulieren. Blickpunkt:Film lobt die Schauspieler und kritisiert das Drehbuch. Manche Wendungen seien "nur mit großem Wohlwollen des Publikums akzeptabel" und wenn Gene Hackman als Schauspieler gelobt wird, "der selbst banale Dialogzeilen mit resoluter Autorität versieht", klingt das auch eher übel.
Rüdiger Suchsland vom Filmdienst lobt ebenfalls Hackman (als zynischen Anwalt der Waffenlobby) aber auch Regisseur Fleder, der genau der Richtige sei um der "'typisch amerikanischen' Story eine gewisse Doppelbödigkeit einzuhauchen.(...) Immer wieder schenkt er seinen Figuren Momente der Verlorenheit, indem er sie in kleine, dunkle, unübersichtliche Ecken drängt. (...) Auch verschafft Fleder den großartigen Darstellern eine Vielzahl guter Szenen".
Ulrike Rechel ( Frankfurter Rundschau) lobt vor allem Cusack und Weisz neben denen die beiden Altstars Hackman und Hoffman geradezu "plakativ" wirkten. Fleders Film sei ein "High End-Thriller". (Igitt)
Fritz Göttler ( Süddeutsche Zeitung) hat sich die Fähigkeit zum Staunen bewahrt: "Dass das ganze undurchschaubare Knäuel sich doch am Ende doch mit der Niederlage der Macht löst, ist das erstaunlichste an diesem wilden, wirren - und ganz bewusst wirr inszenierten - Film." Als sei das nicht bei jeder Grisham Geschichte so. Und wie folgende zwei Sätze zusammenpassen, erschließt sich uns auch nicht so ganz: "Der amerikanische Professionalismus kennt keine Moral, das macht seine Faszination aus und seine Schwäche. Bei allem Glauben an die Kräfte der Manipulation bleibt irgendwie ein Rest Vertrauen in Gott." Die große Szene zwischen Hackman und Hoffman fand er "blass".
Dietmar Kammerer ( taz) zeichnet die Geschichte der Überwachung von Menschen im Kino nach. Von der Arbeit der privaten Schnüffler deren Geschichten sich meist darum drehten, dass sie durch ein nicht herauszufindenden Geheimnis ihrer Zielpersonen in Schwierigkeiten gerieten, hin zur perfekten Analyse unserer Einstellungen und Ansichten durch unser Konsumverhalten oder unsere Körpersprache. Cusacks Nick Easter entzieht sich dieser Anaylse durch Verschleierung seiner Daten. Als die Gegenseite seinen wahren Lebenslauf erfährt, erkennt sie auch ihren Gegner: "Der Clou: Auch Easter wäre durchschaubar gewesen, und er hat strikt so gehandelt, wie sein 'Habitus', seine Lebensgeschichte es ihm vorschreiben."
Sascha Westphal von der Welt schreibt Fleder spiele "virtuos mit den Mitteln des modernen Verschwörungsthrillers. (...) Das Urteil ist ein Meisterwerk der Destabilisierung überkommener Vorstellungen. Selbst sein scheinbar klares Ende lässt unzählige Fragen offen. Sich ihnen zu stellen, ist für Fleder die Aufgabe, die eine Demokratie jedem einzelnen abfordert."
Daniela Sannwald vom Tagesspiegel behauptet die Handlung sei "auch in diesem bisher bei weitem besten Film auf Grisham Grundlagen nicht so wichtig. Es sind die schauspielerischen Leistungen der großen alten Charakterdarsteller Hoffman und Hackman, beide seit rund vierzig Jahren im Geschäft und nun zum ersten Mal gemeinsam auf der Leinwand: ein Duell der Giganten."
Michael Althen von der FAZ lobt (in einer Doppelbesprechung mit Das geheime Fenster), dass Regisseur Fleder in diesem "Tauziehen um Gerechtigkeit (...) erstaunlich gut den Überblick" behalte, weil Grisham ihm "wenig eigenen Stilwillen in den Weg stellt".

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Infos zu diesem Titel
• Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1) Englisch (Dolby Digital 5.1)
• Untertitel: Deutsch, Englisch
• Bildformat: 16:9, 2.35:1
• Dolby, Surround Sound, PAL
• Laufzeit: 123 Minuten
• DVD Erscheinungstermin: 28. August 2004
• Produktion: 2003

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